Blattwespen (Tenthredinida), eine große Familie wespenartiger Insekten, die zu den Hautflüglern oder Hymenopteren gehört, mit starken Kiefern, dickem, in seiner ganzen Breite mit dem Brustkasten verbundenem Hinterleibe, also ohne Wespentaille, vielzelligen Flügeln und die Weibchen mit einem äußerlich kaum sichtbaren Legestachel, der meist seiner ganzen Länge nach wie eine Säge gezähnt ist. Sie legen Eier, aus denen raupenähnliche Larven, sog. Afterraupen, entstehen, welche sich von den eigentlichen Raupen dadurch unterscheiden, daß sie entweder nur sechs hornartige Füße dicht hinter dem Kopfe und sehr viele (9—11 Paare) oder gar keine Bauchfüße haben, auch fast immer das hintere Leibesende einkrümmen. Sie leben auf verschiedenen Gewächsen und richten oft, wenn sie häufig erscheinen, viele Verwüstungen an, weil die Gewächse, ihrer Blätter beraubt, ahsterben. Dieses gilt namentlich von der staame duchten wespe (Lophyrus pini), welche oft ganze c9 widd waldungen zerstört. Nicht minder schädli wird die Rosenblattwespe (Hylotoma rosarum) den Rosenstöcken, eine andere dem Getreide, namentlich dem Weizen, in dessen Stengeln sie lebt. Sehr Dauf findet man auch die Birnbäume, die Pfirsichäume, die Stachelbeerbüsche, die Berberizen u. s. w. von solchen Larven entblättert. Einige dieser Larven leben auch in Früchten, und hierzu gehört besonders die Pflaumenwespe (Selandria fulvicornis). Die Wespe legt das Ei noch während der Blüte in den Ausschnitt des Kelchs, den sie anbohrt, und die sechsfüßige, wurmförmige, gelbrötliche Larve 18 sich in den weichen Kern durch, den sie aushöhlt. Die Pflaume verschrumpft, fällt ˖ab, die Larve kriecht heraus und verpuppt sich in der Erde. Sammelt man die gefallenen Pflaumen so schnell als möglich und füttert sie den Schweinen, so vertilgt man die Brut. Die von den eigentlichen B. etwas abweichenden Gespinstwespen (Lyda) leben gesellig in Gespinsten, haben keine Bauchfüße, lassen sich bei Gefahr an einem Faden herabfallen und sind besonders den Kiefern (L. campestris), den Birnbäumen (L. pyri) und dem Steinobste (f. nemoralis) schädlich.