Dipsodisch (arch.), durstig, dursterregend Dipomanie, Trunksucht, Säuferwahnsinn. Diptam (Pflanzengattung), s. Dictamnus. Dipteren (Diptéra) oder Zweiflügler bilden eine außerordentlich urch ven W. Ordnung der Insekten, welche sich durch den Mangel der Hinterflügel auszeichnet, an deren Stelle die sog. Schwingkölbchen treten, d. h. feine, vorn zu einem Knopfe verdickte Stiele, welche entweder freistehen oder von einer Schuppe bedeckt sind. Die Vorderflügel sind meist sehr kräftig, häutig und von Längsrippen durchzogen, können jedoch zuweilen wegen ihrer Kleinheit nicht zum Fliegen gebraucht werden; höchst selten fehlen sie gänzlich. Der Kopf ist frei, die drei Brustringe miteinander verschmolzen, der Hinterleib bald mit seiner ganzen Breite angewachsen, bald gestielt. Der Körper ist meist, zuweilen selbst sehr dicht behaart. Die fünfgliederigen Füße tragen zwei Krallen und häufig noch Scheibchen oder Polster um Anheften an glatten Flächen. Die Mundteile ind zum Saugen eingerichtet und bilden einen fleischigen oder etwas hornigen Schöpfrüssel, der in einem fleischigen Rand endet, sich knieförmig einknickt und in eine Grube zurückgezogen werden kann. Diesen Rüssel hat man, der an ihm befestigten Taster wegen, als eine zur Rinne verlängerte und von der Oberlippe bedeckte +* u betrachten. Auf seiner Rinne bewegen sich die fadenförmugen oft zum Stechen tauglichen Ober- und Unterkiefer und die Zunge. Der Kopf trägt meistens sehr Nebenzusammengesetzte Augen, gewöhnlich drei Nebenaugen und Fühler von zweierlei Bildung, wonach man auch die ganze Ordnung in zwei Unterordnunlun zerlegt hat: die Langhörner (Nemocera) mit angen, aus wenigstens sechs Gliedern zusammengesetzten Fühlern (hierher Mücken, Stechmücken, Schnaken, Gallmücken u. s. w.) und die Kurzhörner (Brachycera) mit kurzen, nur dreigliederigen Fühlern und einer Borste auf dem letzten Gliede (wohindie Bremsen, Schwebfliegen, Mord⸗, Fleisch⸗, Dasselfliegen u. s. w.). Füße sind sechs vorhanden, welche im ganzen wie bei den andern Insekten beschaffen sind. Die hierher gehörigen Insekten erreichen höchstens die Länge von 1,5 em; viele sind nur unter einem starken Vergrößerungsglase deutlich erkennbar. Ungemein groß ist ihre Fruchtbarkeit. Man hat z. B. berechnet, daß von einer einzigen weiblichen Schmeißfliege, welche im April 80 Eier legt, während eines Sommers eine Nachkommenschaft von 8000 Mill. Individuen entstehen könne. Alle besitzen eine vollkommene Metamorphose, indem aus dem Ei zuerst eine gewöhnlich fußlose Larve, hier Made genannt, hervortritt, die sich meist von faulenden Stoffen, selten auch vom Raube nährt. Diese Made verpuppt sich später, meist in Gestalt eines sehr kleinen Tönnchens oder Fäßchens mit aufspringendem Deckel. Die vollkommenen Insekten werden den Menschen teils durch ihre Menge und Zudringlichkeit, teils durch schmerzhafte Stiche, welche sie verursachen, teils durch den Schaden, welchen sie den Feldfrüchten zufügen, sehr lästig, andererseits beseitigen aber auch ihre Larven eine Menge faulender Überreste und machen stehende Gewässer unschädlich, indem sie die fremden Beimischungen oder die Produkte der angehenden Zersetzung verzehren. Außer den oben angeführten Unterordnungen der Kurz⸗ und Langhörner unterscheidet man noch die Unterordnung der Puppengebärer tere Ganssi meist parasitische, oft ungeflügelte Tiere (Lausfliegen, Fledermausläuse, bei welchen die Maden im Innern der Fortpflanzungsorgane auskriechen, in einer Erweiterung derselben durch ausgeschwitzte Flüssigkeit genährt und schließlich als Puppen geboren werden, und die Unterordnung der Flöhe (Aphaniptera), stets flügellos, mit Springbeinen und sehr abweichend gebildeten Mundteilen.