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ErdkundeBrockhaus 1882

Colombo, befestigte Hauptstadt der ostind. Insel Ceylon (s. d.) und Sitz des brit. Gouverneurs, liegt an der Westküste auf einer mit einem felsigen hohen Uferrande versehenen und auf der Landseite von einem nei Handt begrenzten Landzunge. C. besteht aus zwei Hauptteilen. Der erstere, innerhalb der Festungswerke gelegene, die «Europäische Stadto genannt, wird hauptsächlich von Europäern, namentlich Nachkommen von Holländern, bewohnt und zeigt die Anpassung des europäischen Baustils an die Erforderungen des tropischen Klimas. Es befinden sich daselbst die Reierungsgebäude, eine prot. und kath. Kirche, ein aisenhaus, ein hnisuhig nen u. s. w. Dieser Stadtteil ist verhältnismäßig neu, er verdankt seine gegenwärtige Gestalt den Holländern, von welchen auch die nach einem Plane von Coehoorn erbauten Festungswerke herstammen. Außerhalb der letztern haben sich Guche und holländ. Mischlinge, sog. Eurasier, Singhalesen, Tamilen, Mohren, Malaien, Neger und andere Fremdlinge niedergelassen. Alter als die europäische ist die sog. Schwarze Stadteoder Pettah, nördlich von ersterer, auf beiden Ufern des Flusses Kailaniganga gelegen, der zweite, Ine vorng von Singhalesen bewohnte Stadtteil. Alle vornehmern und reichern, nicht durch ihre Beschäftigung zum Aufenthalte innerhalb der Festungsmauern genötigten Engländer wohnen in der Umgegend in von Parks und Gartenanlagen umgebenen Villen. Die Umgegend von C. ist in hohem Grade fruchtbar und mit Palmen und zahlreichen Arten von Fruchthäumen dicht bewachsen, auch befindet sich in der Nähe eine der an großen, früher ungefähr 30 Km Umfang besitzenden, gegenwärtig aber immer mehr verwahrlosten und an Umfang abnehmenden Zimtplantagen, welche, als die Holländer Herren der Insel waren, ein streng gehandhabtes Regierungsmonopol bildeten. Das Klima ist heiß, infolge der häufigen Regen sehr feucht und deshalb keineswegs gesund. Die Bevölkerung, von der ein Teil fortwährend zu- und abströmt, beträgt (1871) 100238. Die Singhalesen sind hauptsächlich Handwerker und Bediente bei den Europäern, die Parsis ausschließlich Kaufleute, die Mohren Kleinhändler, die Malaien Soldaten und Bediente, die Tamilen Feld⸗ und Gartenarbeiter, die Abstammlinge der Portugiesen Handwerker, Gold⸗ und Silberarbeiter, Handelsleute u. s. w. Den wohlhabendern und angeseländer Mittelstand bilden die Nachkommen der Holänder und die daselbst geborenen Engländer. Die Industrie erstreckt sicd hauptsächlich auf die Bereitung von Kokosöl, Tauwerk aus den Fasern der Borussuspalme, singhal. Coir, das Brennen von Arak, die Bereitung von Zimtrinde und Kaffeebohnen für die Ausfuhr. Letztere besteht hauptsächlich in Kaffee, Zimtrinde, Kokosöl, Tauwerk u. s. w. Der Hafen von C. ist eng, die Reede aber geschützt, wiewohl nicht ganz gegen Südwestwinde. Seitdem Galle Hauptknotenpunkt der Dampfschiffahrt im südöstl. Asien wurde, hat C. als Handelsplatz bedeutend an Wichtigkeit abgenommen. C. ist durch eine Eisenbahn mit Candy und durch eine längs der Küste verlaufende Heerstraße südlich mit Galle, nördlich mit Negombo und allen andern Küstenörtern verbunden. [s. Columbus (Christoph).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 513Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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