Columbia oder Oregon, ein bedeutender Fluß im nordwestl. Teil der Vereinigten Staaten von Amerika, hat einen Lauf von beinahe 1950 km mit einem Stromgebiet von etwa 600000 qkm. Einen großen Teil des letztern umfaßt das sog. Columbiabassin (Great Plain of the Columbia River), ein zwischen dem Kaskadengebirge im W., dem Felsengebirge im O. und zwischen 46 und 487 nördl. Br. liegendes ringsum abgeschlossenes Becken, das als ein ehemaliger, jetzt entwässerter See anzusehen ist. Der C. entspringt in Britisch-Columbia auf dem westl. Abhang des Felsengebirges etwa unter 50° 30“ nördl. Br. und 116e westl. L. (von Greenwich) aus dem Kleinen Ottersee und mündet unter 4615nördl. Br. und 124 westl. L. (von Greenwich) in den Stillen Ocean. Er fließt anfänglich bis 52* 10 nördl. Br. nach NW., wendet sich dann plötzlich fast direkt nach S., bis er, zuvor noch vom O. her den Kootenay (lauch Kootanie, MeGillivray) aufnehmend, unter 49“ nördl. Br. und 117 35 westl. L. (von Greenwich) in das Gebiet des nordamerik. Territoriums Washington eintritt, um sich mit dem gleich wasserreichen Clarkes-Fork oder Flathead-River zu vereinigen. Von hier ab verfolgt der C. zunächst einen südwestl. Lauf, stürzt sich dabei noch oberhalb des Fort Colville in den Kesselfällen (Kettlefalls) und Thomsons Stromschnellen herab und nimmt vom O. den Spokane auf. Bei 47² 55 nördl. Br. und 118 25 westl. L. (von Greenwich) angelangt, strömt er dann erst durch kulturfähiges Land (Bottoms), dann bis Fort Okinakane, wo er vom N. ben den gleichnamigen Zufluß empfängt, dern ewaldeten Ufern, welche, nachdem sich er C. im allgemeinen wieder nach S. gewandt hat, von hier abwärts nach Wallula (unter 46 5 nördl. Br. und 119 westl. L. [von Greenwich]) zu hoch und felsig werden. Die zahlreichen Stromschnellen (Buckland⸗, Gualquil- Island⸗, Priest-Rapids) auf dieser Strecke sind der Bootschiffahrt nicht gefährlich. In diesem Teile seines Laufs vereinigt sich auch vom W. her der Yakima mit dem C., —:— er vom O. noch oberhalb Wallula seinen größten Zufluß, den über 1450 km langen Lewis-Fork oder Schlangenfluß (Snake⸗„ auch Saptin-River genannt) erhält. Dieser, auf dem riesigen Gebirgsknoten des Windriver-Range und im Des Nioud nalpark in unmittelbarer Nähe des Missouri⸗ und Coloradogebietes entspringend, führt dem Hauptflusse eine große Menge Wassers, das er 0 einem weiten Gebiete im S. und SW. des Columbiabassins gesammelt hat, zu. Der C., nun ein mächtiges Gewässer, strömt, die Grenze zwischen Washington und Oregon bildend, von Wallula an in einem von basaltischen Steinen eingeengten Bett in westl. Richtung dahin, tritt dann in eine gebirgige Region ein, durchstürztein schön bewaldetes Querthal des Cascade-Range mit einer Folge von Stromschnellen (den Kaskaden des C.) und nimmt endlich seinen Lauf in die Küstenregion. Zu beiden Seiten jenes Querthals ragen zwei mit ewigem Schnee bedeckte Riesenkegel der Kaskadenkette, Mount-Hood und Mount-St.⸗Helens, empor. Unterhalb der Kaskaden strömt der C. noch 265 km weit, in allen Jahreszeiten für Seeschiffebis zu Vancouver (185 Em oberhalb der Mündung) fahrbar und Huneland 5—8 km breit, erst durch bewaldetes Hügelland, dann durch Prairien, bei denen man eine obere, mißt, sind unter K aufzusuchen. schönbewaldete, und eine untere, weidereiche, aber wegen der Frühlingsschwellen des Stroms kaum anbaufähige Region unterscheidet. Durch fruchtbare Thäler fließen dem C. hier noch der Cowlitz und Willamette zu, nachdem er noch oberhalb der Kaskaden den Des-Chuttes-River aufgenommen hat. Gegen die Mündung des Stroms, die 3— 11 km breit ist, finden sich mehrfach niedrige Inseln. Vor der durch die Kaps Disappointment und Point-Adams markierten meerbusenartigen Mündung liegt eine Barre, die das Einlaufen schwierig und gefährlich macht, sodaß der C. als Seehafen nur von geringem Nutzen ist. Die früher nur auf Wasserstraßen beruhenden Verkehrsverhältnisse des Columbiagebietes sind in neuester Zeit durch den Bau des Eisenbahnnetzes der Northern-Pacific-Bahn und der damit zusammenhängenden Bahnen (Oregon Railway and Navigation Company) völlig umgewälzt worden. Dieses Eisenbahnnetz sieht sener Vollendung bereits im J. 1883 entgegen. Die im Herbst 1882 schon im Betrieb befindlichen 1300 Km Bahnstrecke lassen auch hier wie überhaupt in den Vereinigten Staaten infolge der wachsenden Konkurrenz der Eisenbahnen die Bedeutung der Wasserstraßen und so auch die des C. als solcher stetig zurücktreten. Genauer erforscht wurde der C. zum erstenmal von den Kapitänen Lewis und Clarke in den J. 1804 und 1805, nachdem er 1792 durch den Kapitän Robert Gray entdeckt worden war. Letzterer fuhr am 11. Mai des genannten Jahres auf der „Columbia Redivivar von Boston in ihn ein, und von diesem Schiff erhielt er seinen Namen C. Vgl. Biddle und Allen, Narration of the Expedition of Lewis and Clarke (2. Aufl., Philad. 1814; besorgt von Vickar, 2 Bde., Neuyork 1843).