Columbanus, der Heilige, einer der ältesten Verkündiger des Christentums unter den Germanen, geb. um 550 in Irland im Distrikt Leinster, wurde im Kloster Bangor in Wales unter dem heil. Comgall gebildet und begab sich um 595 mit 12 Genossen nach Burgund, wo er zu Anegray, Luxeuil, Fontaines, Besangon und andern Orten Klöster begründete mit einer weit strengern Ordnung als die später allgemein eingeführte des heil. Benedikt. Als C. dem König Theodorich wegen seines sittenlosen Lebens Vorhaltungen machte, ließ dessen Großmutter Brunhild ihn ergreifen und nach Nantes schleppen (610), um ihn nach Irland zurückzuschaffen. C. jedoch floh zu Chlothar II. von Neustrien, später zu Theodebert von Austrasien, unter dessen Schutze er mit seinen Schülern, unter denen Gallus der bedeutendste, weite Wanderungen rheinaufwärts machte und zu Bregenz am Bodensee eine Niederlassung gründete. Als aber dies Gebiet in Theodorichs Gewalt kam, wandte sich C. 613 in die Lombardei. Hier stiftete er das berühmte Kloster Bobbio, wo er 615 starb. Die Legende hat sein Leben mit zahlreichen Wundererzählungen ausgeschmückt. Er ward heilig gesprochen und der 2I. Nov. als sein Gedächtnistag bestimmt. Seine Schriften sind herausgegeben von Fleming (Löwen 1667). Vgl. Besser, „Der heilige C.y (Lpz. 1857); Lütolf, «Die Glaubensboten in der Schweiz vor St. Galluso (Luzern 1871). ö