FeedComonfort (Ygnacio)
GeschichteBrockhaus 1882

Comonfort (Ygnacio), mexik. Präsident von 1855 bis 1858, geb. in Puebla 12. März 1812, erhielt seine Erziehung in dem Jesuitenkollegium seiner Vaterstadt, wurde 1832 aner in einem Kavallerieregiment und nahm auf liberaler Seite an den verschiedenen Gefechten teil, welche während der Revolution jenes Jahres zwischen den sich befehdenden Parteien stattfanden. Im J. 1834 um Präfekten und Militärgouverneur des Distrikts von Tlapa ernannt, zeigte er große Energie in der Zurückweisung der Einfälle feindlicher Indianer und war 1842 von Tlapa aus Mitglied des mexik. Kongresses, der bald nach seinem Zusammentritt von Santa-Anna aufgelöst wurde. Dasselbe geschah dem Kongreß von 1846, zu welchem C. wiedergewählt war, seitens des Präsidenten Paredes. Die erbitterten Liberalen begannen darauf die Revolution des August 1846, in welcher C. eine Desen zuerir⸗ Rolle spielte. Er wurde infolge dessen zuerst zum dritten Alcalden der Hauptstadt und später zum Präfekten des westl. Mexiko ernannt, gab diese Stellung aber auf, um an dem Kriege Mexikos mit den Vereinigten Staaten teilzunehmen. Als Santa-Anna die Armee aufgelöst und die Hauptstadt den Amerikanern überlassen hatte, organisierte C. im Westen des Landes den Guerrillakrieg, gab diesen aber auf, um als Senator seines Heimatstaates in den Kongreß von Queretaro zu treten, der Frieden mit den Vereinigten Staaten schloß. C. blieb als Senator bis 1851 thätig. In den J. 1852 und 1853 vertrat er den neuen Staat Guerrero im Kongreß und war zugleich Oberzolldirektor in Acapulco, aus welcher Stelle ihn der zurückkehrende Santa-Anna entfernte. Er vereinigte sich nun mit Alvarez zum Sturze des gehaßten Gegners, zwang Santa-Anna endlich 1855 zur Abdankung und Flucht und übernahm, nachdem Alvarez im Herbst freiwillig zurückgetreten, 11. Dez. 1855 als provisorischer Präsident die Regierung. Den organisierten Widerstand der Armee und der Priesterpartei schlug C. 20. März 1856 in deren Centrum Puebla erfolgreich nieder. Um ihn auch für die Zukunft zu brechen, erließ er die Dekrete vom 31. März 1856, wodurch das Grundeigentum der Kirche konfisziert wurde, und vom 28. Juni 1856, wonach die Geistlichkeit kein Grundeigentum mehr erwerben und besitzen durfte. Die Priesterpartei zettelte hierauf im ganzen Lande Aufstände an, so im Okt. 1856 in Puebla und später in San-Luis und an andern Orten. Sie wurden zwar niederufregung. C. war diesen schwierigen Verhältnissen nicht gewachsen und vermochte, obschon er im Nov. 1857 mit außerordentlicher Gewalt bekleidet und 1. Dez desselben Jahres als konstitumißt, sind unter K aufzusuchen. tioneller Präsident proklamiert worden, Ordnung und Ruhe nicht „Geirlchtert far Bekämpft von der Armee und Geistlichkeit, fand er sich zuletzt ganz isoliert, und so wurde er von seinen Feinden 21. Jan. 1858 aus der Hauptstadt vertrieben. Im Februar begab er sich nach den Vereinigten Staaten, nachdem er Juarez, den Prinem Nad des obersten Gerichtshofs, vorher zu seinem Nachfolger bestellt hatte. Später kehrte C. nach Mexiko zurück und kämpfte als General gegen die 1862 einfallenden Franzosen mit. Nach der Räumung der Hauptstadt ging er nach dem Norden des Landes, wo er 13. Nov. 1863 von Guerrillas unweit San-Luis ermordet ward.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 542Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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