Concierge (frz.) nach dem bstola Sprachgebrauch ein Pförtner (Portier), der oft bloß die äußere Thür eines Hauses zu beaufsichtigen hat, während man ehedem mit dem Worte einen Aufseher über ein ganzes Herrenhaus oder Schloß, einen Hausmeister oder Schloßvogt bezeichnete, dessen Amt und Wohnung davon den Namen Conciergerie, Hausvogtei, führte. An einigen Orten gebrauchte man dieses Wort auch für alte Gebäude, die zur Aufbewahrung Gefangener dienten. onciergerie heißt in Paris das Gefängnis für diejenigen, welche sich in Untersuchungshaft befinden; früher diente die C. als königl. Hausvogtei und Fronfeste, nachher als Parlamentsgefängnis. Dieses Gefängnis steht mit dem Justizpalast in der Cité in Verbindung und liegt am Quai de l'Horloge, wo man zwei alte, kaum mit einigen Fenstern durchbrochene Türme bemerkt, noch starke Überreste von der ältesten franz. Königsresidenz. Diese Türme gehören z0 dem Gefängnis, das dicht dabei seinen Eingang hat, und an welchem düstere Erinnerungen namentlich aus der ersten Französischen Revolution haften. Eine Reihe von gewölbten Räumen, in welche kein Tageslicht gelangen kann, bildet den Unterbau, und man zeigt hier noch einen in schneller Aufeinanderfolge von Danton, Hébert, Chaumette und Robespierre eingenommenen Kerker. Nicht weit davon war die Gefängniszelle, welche die Königin Marie Antoinette vor ihrer Verurteilung und Hinrichtung bewohnte. Unter der Restauration wurde 1816 als Sühnedenkmal in eine Kapelle umgewandelt; doch ward dieselbe in den Maitagen von 1871 durch Brand zerstört. Während des Schreckensregiments wurden die für das Schafott auserlesenen Opfer abends nach der C. gebracht, um hier am andern Morgen den Karren, der sie zum Richtplatz mißt, sind unter K aufzusuchen. führte, zu besteigen. In den Septembergreueln von 1792 wurden in der C. an einem Tage 288 Gefangene gemordet. Der westl. Teil des Gebäudes ist ganz neu und enthält im ersten Stock den Cassationshof.