Conrad (Johannes), deutscher Nationalökonom, geb. 28. Febr. 1839 als Sohn eines Gutsbesitzers in Westpreußen, widmete sich, nachdem er seine Vorbildung durch Hauslehrer und später auf dem Gymnasium zu Danzig erhalten, zunächst der praktischen Landpirtschaft Durch ein schweres rheumatisches Leiden wurde er jedoch genötigt, diesen Beruf aufzugeben; er studierte nun in Berlin und Jena zuerst Naturwissenschaften, dann Nationalökonomie. Er promovierte 1864 in Jena mit der Schrift «Liebigs Anschauungen von der Bodenerschöpfungy (Jena 1864), machte dann größere Studienreisen im Auslande und beschäftigte sich 1866 mit statist. Untersuchungen über die Landwirtschaft seiner Heimat. Nachdem er sich 1868 in Jena mit der Schrift: «Die landwirtschaftliche roduktionsstatistik' (Jena 1868) habilitiert hatte, wurde er 1870 daselbst zum außerord. Professor ernannt und 1872 als ord. Professor der Nationalökonomie nach Halle berufen. Seit 1877 gibt er eine Sammlung von Arbeiten seines staatswissenschaftlichen Seminars heraus, in der von ihm selbst erschien: Untersuchung über den Einfluß von Beruf und Lebensstellung auf die Todesursachen (Jena 1878). Nach dem Tode Hildebrands übernahm er 1878 allein die Herausgabe der von dem Verstorbenen gegründeten Jahrbücher für Nationalökonomie und Statistiko, nachdem er schon seit 1872 an der Redaction derselben beteiligt gewesen war. Für diese Zeitschrift hat er zahlreiche Ab handlungen geliefert, die zum Teil auch separat ausgegeben sind.