FeedContanten
ReligionBrockhaus 1882

Contanten (frz. espèces, engl. specie) ist gleichbedeutend mit Bargeld. Die Contantenliste der Schiffe (engl. specie list) ist das Verzeichnis des von ihnen geladenen baren Geldes. Diese Listen pflegen in den nordamerik. und engl. Zeitungen veröffentlicht zu werden. Contarini, ein edles venet. Geschlecht, welches u den 12 Familien in Venedig zählte, die den ersten Dogen wählten. Demselben gehörten 1041 — 1674 sieben Dogen an. Andere berühmte Männer waren: Ambrosio C., der 1473—77 Gesandter der Republik Venedig in Persien war und über seine Reise in den KViaggi fatti da Vinetia, alla Tana, in Persia, in India et in Constantinopolio (Vened. 1487) berichtete. —Gasparo C., ein reformatorisch Ie. 5 Kardinal, geb. 1483, erwarb sich eine gründliche, besonders philos. Bildung und begann seine öffentliche Thätigkeit als Gesandter Venedigs an Karl V. zum Reichstag zu Worms 1521. Hier lernte er Luther kennen, empfing jedoch keinen nachhaltigen Eindruck von ihm. Im J. 1535 ward er von Paul III. plötzlich zum Kardinal berufen, verleugnete aber auch in dieser Stellung seine evang. Gesinnung nicht. Sein Gutachten über die nötige Reform der 3 fi „Consilium de emendanda eccléesia (1537), blieb unbeachtet und wurde 1559 sogar auf den Index gesetzt. Im J. 1541 nahm C. als päpstl. Legat an dem Religionsgespräch zu Regensburg teil, und zeigte beh zu bedeutenden Zugeständnissen bereit, sogar in der Lehre von der Rechtfertigung, welche er in einer eigenen Schrift: Tractatus seu epistola de justificationep (1541) in wesentlich evang. Geiste entwickelte. Er starb als Legat zu Bologna 1542. Seine Werke erschienen 1571 zu Paris und 1589 u Venedig, doch ist in letzterer Ausgabe der Text des (Tractatuso geändert. Vgl. Brieger, Gasparo C. und das Regensburger Konkordienwerke (Gotha 1870); Dittrich, Regesten und Briefe des Kardinals Gasparo C.v (Braunsberg 1881). Giovanni C., geb. 1549, gest. 1605, war einer der berühmtesten Maler seiner Zeit, der in Tizians mißt, sind unter K aufzusuchen. Stil arbeitete und vorzüglich in der Kunst, Plaer Auferstehung in San-Francesco di Paola in Venedig bekundete. — Camillo C., geb. 2. Jan. 1644 zu Venedig, gest. 17. Aug. 1722, ist Verfasser mehrerer histor. Werke, darunter der Istoria della guerra di Leopoldo Ie de' principi collegati contro il Turco nel 16835 (2 Bde., Vened. 1710). — Vineenzo C., geb. zu n 1577, lehrte zu Padua mit Erfolg griech. und lat. Eloquenz und starb 1617.— Simone C., geb. in Venedig 27. Aug. 1563, war venet. Gesandter beim Herzoge von Savoyen, bei Philipp II. von Spanien, bei Mohammed III. in Konstantinopel, bei dem Papste Paul V., bei dem Kaiser Ferdinand II., und ward dann Prokurator von San-Marco. Als 1630 die Pest in Venedig wütete, verließ er die Stadt nicht, um die bei einem übel dieser Art so nötige Ordnung zu erhalten. Er zeichnete sich auch als Dichter aus und starb 10. Jan. 1633. Vgl. Farsetti, «Vita di Simone C.v (Vened. 1772).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 571Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 8

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Religion 6