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ErdkundeBrockhaus 1882

Correze, ein 85 km langer Fluß im südwestl. Lvache, an entsteht am Rande des Plateau de Milevache, am Fuße des 948 m hohen Roc de la Foret de Cubesse in Ober-Limousin und fließt in einem tiefen granitischen, sehr malerischen Thale gegen SW. an den Städten Correze, Tulle und Brives vorüber in den Dordognezufluß Vezere. Das Departement Correze, nach dem Fluß benannt, grenzt an die Depart. Ober-Vienne und Creuse im N., Puy-de-Döme und Cantal im O., Lot im S. und Dordogne im W. und umfaßt den größern Teil des vormaligen Nieder-Limousin. Es hat zur Hauptstadt Tulle, zerfällt in drei Arrondissements: Tulle, Brives und Ussel, mit 29 Kantonen und 287 Kommunen und zählt auf 5866,1 dm (1881) 311478 C. (gegen 311525 im J. 18763. Die Straße von Limoges nach Aurillac, welche das Departement von Mii8. gegen SSO. durchzicht, kann als Grenze des Ober-⸗ und des Unterlandes gelten. Ersteres, zwei Drittel des Ganzen bildend, ist von hohen und rauhen Gebirgen aus Granit, Gneis und Glimmerschiefer erfüllt, die von der Auvergne sich hierher verbreiten, im Mont-Odouze noch 954 m, im Puy-de-Meymac 978 mehoch aufsteigen und eine Menge tiefer elsschluchten, Grotten und andere Naturmerkwürdigkeiten darbieten, überall aber ein nacktes, ödes Ansehen haben. Die eine Hälfte des Bodens nehmen hier steinige und dürftige Heideflächen, nur die andere Schafweiden, Wiesen, Getreide⸗, Hanf⸗ und Das Unterl ein. Der Wald bedeckt nur 45000 ha. as Unterland ist sehr reich und sehr fruchtbar, liefert aber nicht hinreichend Getreide. Die zahlreichen Weinberge (gegen 17000 ha) der wärmern Thäler decken den Bedarf an Wein; aus den in mißt, sind unter K aufzusuchen. großer Menge gewonnenen Nüssen bereitet man ein Ol, welches auch ausgeführt wird. Erheblicher als der Ackerbau ist die Viehzucht, bei 72000 ha natürlichen Wiesen; Tausende von Mastochsen wandern nach Paris, Mastschweine und gesalzenes Schweinefleisch nach Montpellier, Bordeaux und Bayonne besonders zur Verproviantierung der Marine. Au Schafe zieht man in großer Menge und die hier einheimische limousinische Pferderasse wird wegen Schönheit, Mut und Kraft geschätzt. Unter den Mineralerzeugnissen sind die hauptsächlichsten Eisen, Stein⸗, und Braunkohlen; auch bricht man sehr schönen Granit und Schiefer sowie Porphyr, Marmor und Alabaster. Die Industrie (Waffenfabrikation zu Tulle, auch etwas Eisengewinnung, Papier, Glas, Leder, Wollstoffe) ist hauptsächlich auf die größern Städte bes * Zwei Drittel der Bewohner können weder lesen noch schreiben. Das Idiom der Bewohner stammt von dem alten Limousinischen. Aus dem Volk stammten die Päpste Clemens VI., Innocenz VI., Gregor XI. Vgl. Joanne, 46ëographie du département de C. v (Par. 1876). ö

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 613Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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