FeedCotillon
Sitten & ModeBrockhaus 1882

Cotillon (leigentlich Unterrock, vom mittellat. cotta, altfranz. cote, Kutte, langes Kleid), ein in Frankreich vermutlich schon in ziemlich früher Zeit entstandener Gesellschaftstanz, der mit Gesang und mit dem Refrain: Ma commère, quand je danse, mon cotillon va-t-il bien?o begleitet wurde. Vordem einfacher, hat er sich zu immer reichern Touren ausgebildet. Eine beliebige Anzahl von Paaren, in der Regel nicht unter acht, beginnt mit einer großen Ronde, dann folgt in der Regel eine Quadrillentour (Chaine en quatre, Croisée), denen darauf die Vortanzenden andere, möglichst überraschende Touren anreihen. In diesen letztern liegt der besondere Reiz des C., sowie auch in der Spannung, welche durch Wahlen in allen Teilnehmenden rege gemacht wird, indem der Herr eine oder zwei Damen (für sich und einen zweiten Tänzer) wählt, und umgekehrt, wenn die Damen dieses Recht ausüben und dabei die Gewählten mit Dekorationen schmücken. Früher ward der Ball S lich mit dem C. begonnen, jetzt macht er den Schluß desselben, wenn er nicht gar zwei- oder dreimal aufgeführt wird.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 632Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 4

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Sitten & Mode 6