Cothenius (Christian Andreas), Leibarzt König Friedrichs des Großen und Generalstabsmedikus der preuß. Armee, geb. 14. Febr. 1708 zu Anklam als Sohn eines schwed. Regimentsfeldschers, studierte in Halle Medizin und wurde 1737 als praktischer Arzt approbiert, worauf er die Bürgermeisterstelle in Havelberg übernahm und dort seine ärztliche Praxis begann. Er wurde 1738 Hofrat, 1740 Kreisphysikus in der Priegnitz und Ende 1747 nach Berlin zu König Friedrich berufen, zum Hofmedikus in Potsdam, zum ordentlichen Medikus des dortigen Militärwaisenhauses und zum Kreisphysikus von Zauch-Belzig ernannt. Im Jan. 1748 brauchte der König mit glänzendem Erfolge eine von C. vorgeschlagene Brunnenkur, welche ihn gänzlich wiederherstellte. Seitdem wurde C. vom König oft an kleine Fürstenhöfe oder zu erkrankten Generalen und Ministern entsendet, um seine Kunst auszuüben. Im J. 1749 übernahm C. die Behandlung des Prinzen von Preußen und stellte denselben wieder her, mit gleich günstigem Erfolge behandelte er den jungen Fürsten in Dessau und 1750 des Königs Lieblingsschwester, die Markgräfin von Bayreuth. Der König ernannte C. hierauf zum wirklichen Leibmedikus und Generalstabsmedikus der Armee und ließ denselben als zweiten Dekan beim Ober-Medizinalkollegium und zweiten Direktor des Collegium medico-chirurgum einführen; die Akademie der Wissenschaften in Berlin wählte ihn zum Mitgliede, die kaiserl. Akademie der Naturkundigen zum Adjunkten und der 563 8 ernannte ihn späterhin noch zum Mitgliede des Sanitätskollegiums in Berlin. Die Markgräfin von h beitnnn beschied C. noch mehrfach zu sich, und blieb beständig mit ihm in brieflichem Verkehre, und König Friedrich wurde 1755 durch C. vom Podagra, welches sich damals zum ersten mal in heftiger Weise fühlbar machte, befreit. C. begleitete 1756 den König ins Feld und widmete während des Kriegs seine Thätigkeit weniger der Person des Königs als der Gesamtheit des Heeres. Redlich und treu verwaltete er, obwohl mehrfach schwer erkrankt, in dem langen Kriege sein schweres Amt und brachte Ordnung in das Feldlazaretewesen Der König verlieh ihm in Anerkennung seiner Verdienste um die Armee kostenfrei das Patent als Wirkl. Geheimrat. C. reorganisierte 1763 zu Berlin die Hofapotheke, sowie die Apotheken der Charité und des Invalidenhauses, verlor jedoch zeitweilig das Vertrauen des Königs, als desten Lieblingsneffe in seiner Behandlung verstorben war, und siedelte von Potsdam nach Berlin über. Mehrere Jahre hindurch bediente sich der König des ärztlichen Beistandes des Geheimrats Muzel, und C. benutzte diese Zeit verten, wurde von der kaiserl. Akademie der Naturforscher 1770 zum Direktor Ephemeridum, vom Deutschen Kaiser zum Comes palatii, kaiserl. Leibarzt und Rat, von der Französischen mediz. Akademie 1779 zum Mitgliede ernannt. Der Prinz von Preußen hatte C. sein Vertrauen nicht entzogen und auch der König wandte ihm dasselbe Ende Jan. 1776 wieder zu und überhäufte ihn mit Gnadenbeweisen, nachdem derselbe an ihm und der gefährlich erkrankten Königin glückliche Kuren ausgeführt hatte. Am Bayrischen Erbfolgekriege nahm C. nicht mehr teil, wurde jedoch 1784 zum Direktor des obersten n Weilim an Aue ernannt. C. starb 5. Jan. 1789 zu Berlin an Altersschwäche; in seinem Testament wandte er der berliner Akademie der Wissenschaften und der Leopoldinisch⸗-Karolinischen Akademie Stiftungen zur Aussetzung von Preisen für wissenschaftliche Leistungen zu. Diese beiden Gesellschaften ließen 1864 sein Grabmal restaurieren. Vgl. Graf zur Lippe, Militaria aus König Friedrichs des Großen Zeit » (Berl. 1866).