Cotin (Charles), franz. Dichter, geb. 1604 zu Paris, gest. 1682, königl. Rat und Prediger unter Ludwig XIV., seit 1655 Mitglied der Französischen Akademie, verspottet von Moliere in den Eemmes savantes o in der Gestalt des Trissotin, Schöngeist in den litterarischen Salons der Zeit, schrieb neben moralphilos. Traktaten zahlreiche Gedichte in galantem Stil (herausg. 1663) und geschätztere geistliche Poesien (herausg. 1657 u. öfter), die ihm in seiner Zeit eine gewisse schriftstellerische Bedeutung gaben, bis er ihrer durch Boileaus Spott verlustig ging.
Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 632Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei