Court (Antoine), franz. Theolog, hochverdient um die Wiederherstellung der reform. Kirche, geb. 17. Mai 1696 zu Villeneuve de Berg im Depart. Ardoche, begann ohne eigentliches Studium bereits 1714 auf einer Reise durch die Cevennen, Languedoc, Dauphiné überall Versammlungen zu halten und zu predigen. Der franz. Protestantismus war damals durch die Verfolgungen Ludwigs XIV. stark eingeschränkt; durch ein Edikt vom 8. März 1715 wurde er geradezu als nicht mehr existierend erklärt und alle Protestanten als Abtrünnige mit schweren Strafen bedroht. Dennoch unternahm es C., die zerstreuten Trümmer der reform. Kirche Frankreichs zu ama 171 Gemeinschaft zu sammeln. Am 21. Aug. 1715 hielt er an einem Kreuzwege bei Nimes bei Sonnenaufgang mit einigen Laien und Geistlichen die erste Synode. Unermüdlich, auf steten Reisen die verkümmerten Gemeinden zu organisieren, durch Predigt und Seelsorge zu stärken, und zugleich durch den nötigsten Unterricht junge Prediger zu bilden, gelang es C., die der Wüsten zu neuem Leben und erfolgrei em Widerdieser aufzurichten. Im 07 1729 zog sich C. von ieser aufreibenden Thätigkeit zurück und begab sich —— Lausanne, wo besonders durch seine Bemühungen eine theol. Lehranstalt errichtet ward. Hier widmete er sich wissenschaftlichen Arbeiten, welche besonders die Geschichte des franz. Protestantismus betrafen, blieb aber mit seinem Vaterlande in engster Verbindung. Er starb 15. Juni 1760. Vgl. Hugues, «Antoine C., Histoire de la restauration du Protestantisme en France au