FeedChamier (Daniel)
ReligionBrockhaus 1882

Chamier (Daniel), einflußreicher Theolog der reform. Kirche Frankreichs, geb. 1565 zu Montslimar, studierte seit 1583 zu Genf Theologie und ward, nachdem er als Pfarrer in einigen andern Gemeinden des Languedoc gewirkt hatte, als Nachfolger seines Vaters nach? Lontelimar berufen. Er wurde 1596 von seiner Synode zur Nationalsynode von Saumur abgeordnet und nahm seitdem an allen wichtigen kirchlichen und kirchenpolit. Verhandlungen jener Zeit teil. Seinem Einfluß dankten es die Reformierten vorzüglich, daß das Edikt von Nantes (1598) ihnen nicht noch größere Beschränkungen auflegte; 1600 und 1601 hielt C. Disputationen mit den Jesuiten Cotton und Gaultier; 1601 nahm er teil an der Nationalsynode zu Gergeau und der Versammlung zu St.⸗Foy; 1603 präsidierte er der n zu Gap. Im J. 1607 erlangte er von Heinrich IV. die Erlaubnis für die reform. Kirchen, eine Schule zu Montelimar zu begründen, welche er einige Jahre als Rektor leitete; 1612 präsidierte er der Nationalsynode zu Privas, welche eine Einigung der franz. Protestanten betrieb. Seit 1612 wirkte C. als Pfarrer und Proessor an der Akademie zu Montauban, um deren eorganisation er sich große Verdienste erwarb. Bei der Belagerung der Stadt durch königl. Truppen tötete ihn eine Kanonenkugel 17. Okt. 1621. Seine Schriften dienen fast alle der Polemik gegen die kath. Kirche. Wichtig sind: La confusion des disputes papistesv (Gens 1600), Panstratiae catholicae, sive controversiarum de religione adversus pontificios corpus tomis quattuor distributumv (herausg. von C.s Sohn, Adrian C., Genf 1626). Vgl. Read, Daniel C.v (Par. 1858). tißt, sind unter K aufzusuchen.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 172Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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