Crailsheim (Krafft, Freiherr von), bayr. Minister des Auswärtigen und des königl. Hauses, I. 15. März 1841 zu Ansbach als Sohn eines ayr. Offiziers, der einer aus Württemberg stammenden prot. Familie angehört. Er studierte 1858 —62 in Erlangen, Leipzig und Zürich Kameralwissenschaften und wurde nach Ablegung seines Staatsexamens 1865 Praktikant bei der Regierung u Ansbach. Im J. 1868 Bezirksamtsassessor in rückenau, 1870 Hilfsarbeiter im Handelsministerium, wurde er 1871 bei Auflösung des letztern in das auswärtige Ministerium versetzt und 1874 zum Legationsrat, 1879 zum Geheimen Legationsrat befördert. Seine Thätigkeit erstreckte sich auf die Bearbeitung der Personalien in den Gesandtschaften, das Archivwesen, die Rheinschiffahrtsverhältnisse und insbesondere auf die Kontrolle über die Pfälzischen Eisenbahnen. Am 4. März 1880 wurde er als Nachfolger Pfretzschners zum Minister des Auswärtigen ernannt, ohne jedoch zugleich, wie sein Amtsvorgänger, den Vorsitz im Ministerrate zu übernehmen; der letztere wurde vielmehr dem Minister von Lutz übertragen. Ohne ausgeprägte polit. Parteistellung zeigte C. sich stets als ein loyaler Verteidiger der Reichsidee und wußte in den Verhandlungen mit dem Landtage durch sein nißt, sind unter K aufzusuchen. gewandtes und persönlich gewinnendes Auftreten manche Erfolge zu erringen.