FeedCrataegus
PflanzenreichBrockhaus 1882

Crataegus, von Linné benannte Pflanzengattung aus der Familie der Rosaceen, aus Sträuern und Bäumen der gemäßigten Zone der nördl. albkugel bestehend, welche mit Dornen besetzte weige, abwechselnd gestellte, meist Heladute oder siederspaltige Blätter, doldentraubig oder trugdoldig angeordnete Bluten mit fünfspaltigem Kelch, fünfblätteriger Blumenkrone und einen bis fünf Griffeln besitzen und meist kleine, oft beerenartige, einen bis fünf zwei-oder einsamige Steinkerne ent-Lei und rüchte von mehlig-fleischiger Beschaffenheit und gewöhnlich roter Schale tragen. Unter den europ. Arten sind die verbreitetsten, auch in Deutschland allenthalben vorkommenden C. Oxyacantha und monogyna L., beide unter dem Namen Weißdorn, Hagedorn, Mehldorn bekannt. Ihre Früchte pflegen Mehlfäßchen genannt zu werden. Beide wachsen sowohl wild an Waldrändern, in lichten Laubwaldungen, im Niederwald auf trockenem und frischem Boden, auch an Felsen und sonnigen, steinigen Plätzen, als auch werden sie in Alnd ein en kultiviert oder zu Hecken benutzt. Sie sind einander sehr ähnlich, nißt, sind unter K aufzusuchen. doch durch folgende Merkmale verschieden. C. Oxyacantha hat verkehrt-eiförmige, am Grunde keilige, dreilappige Blätter mit gesägten Lappen, von denen die mittlern drei⸗, die seitlichen zweispaltig zu sein pflegen. Der Fruchtknoten r. gewöhnlich mehrere, zwei bis fünf Griffel. Cbenso viel Steinkerne enthalten die elliptischen, etwa 1em langen Fruchte. Bei C. monogyna sind die Blätter in der Regel fiederspaltig, die Blüten einriffelig und die bloß einen Steinkern enthaltenden Hrun größer. Diese Art wird häufig zu einem aume von 5—8 m Höhe, während C. Oxyacantha Hur immer nur strauchartig vorkommt. Letztere rt benutzt man eben deshalb, und weil sie den Schnitt noch besser verträgt als C. monogyna, zu lebenden Hecken. Das feinfaserige, harte, feste, Rarchi Holz beider Arten wird von Drechslern und Maschinenbauern gesucht. Die — — Stämme liefern treffliche Stöcke. Von beiden Arten gibt es viele durch die Kunst der Gärtner hervorgebrachte Varietäten, unter denen namentlich die rotblumige (mit einfachen und gefüllten Blumen), welche zur Blütezeit, zumal als Baum gezogen, ein prächtiges Ziergewächs abgibt, und die geschecktblätterige (mit gelbweiß Weheere Blättern) eine Erwähnung verdienen. Mehrere nordamerik., asiat. und südeurop. Arten werden sehr häufig als Ziergewächse in Gärten, Parken, auf Promenaden kultiviert, z. B. C. Pyracantha Pers., der Feuerdorn aus Eadeuropa, ein Strauch mit immergrünen, glänzenden Blättern und prächtig scharlachroten Früchten; C. Crus galli L. aus Nordamerika, mit sehr langen verzweigten Dornen, ls scarleohron keiligen Blättern und ebenfalls scharlachroten Früchten u. s. w. Diese und andere ausländische Arten lassen sich am leichtesten dadurch vermehren, daß man Zweige derselben auf Stämme deutscher Weißdorne pfropft. Alle Arten lassen sich auch durch Samen vervielfältigen; allein dieselben liegen oft 1½ Jahre im Boden, ehe sie aufgehen.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 660Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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