Cricket, engl. Nationalballspiel, welches nicht nur in allen Schichten des Volks, sondern auch in den höchsten Kreisen zahlreiche Liebhaber hat. Fast in jeder Ortschaft des Landes und in allen von Engländern bewohnten Gegenden, in Amerika, Ostindien, Australien, gibt es Cricket-Klubs, sogar Damen nehmen gelegentlich an diesem Vergnügen teil. Es wird gewöhnlich von elf Personen auf jeder Seite gespielt, obschon auch eine geringere Anzahl hinreichend ist. Der bei diesem Spiele angewandte Ball ist aus wollenem Garn, mit Leder überzogen, so hart als möglich, gegen 200 g schwer und im Durchmesser 7—8 em. Ferner sind nötig zwei besonders geformte und vorgerichtete Schlaghölzer (bats) und zwei Thore (wickets), bestehend aus je drei unten spitzen und oben eingekerbten Stöckchen, auf welche zwei Querhölzer (baits) gelegt werden. Die Stöckchen werden so nebeneinander in die Erde gesteckt, daß der Ball nicht volllommen zwischen ihnen durchgelangen kann. Das Ganze bildet eine Art Thor, dessen Höhe 68 om über dem Boden betragen soll. Die zwei Thore stehen einander auf 30—33 Schritt gegenüber, sie gelten als Festungen, welche von der einen Partei gegen die andere zu verteidigen sind. Die eine, die Ballpartei (out-party), ist unter Mitwirkung aller Spieler bestrebt, die Thore mit dem Ball zu berühren, beziehungsweise umzustürzen, die andere, die Schlagpartei (in-party), hat je zwei ihrer mit Schlaghölzern versehenen Spieler als Schläger (batsmen) an den Thoren aufgestellt, die dieselben gegen jede Berührung des Balles durch Zurückschlagen zu schützen haben. Bevor der Ball von den gegnerischen Spielern wieder zurückgeworfen und ins Spiel gebracht werden kann, führen die einander gegenüberstehenden Schläger Wechseln der Plätze (runs) aus, was beim Gelingen zu Gunsten ihrer Partei zählt. Die zwei Schläger werden der Reihe nach durch Leute ihrer Partei ersetzt, wenn sie irgendwie sich gegen die Spielregeln vergangen haben. Diese sind bis auf das einzelnste genau festgestellt und deren Innehaltung wird während des Spiels von zwei unparteiischen Schiedsrichtern (umpires) überwacht. Neben diesem Doppelspiele, das das gewöhnlichere ist, trifft man auch das einfache C. (single wicket) an. Vgl. Lillywithe, «Cricket scores and biographicso (4 Bde., Lond. 1849); Pycroft, The cricket field8 Aufl., Lond. 1873); Hankin, «Cricket book-Lond. 1874); Ravenstein, Volksturnbuche(Frankf. 1876); Guts Muths, «Spiele zur Üübung und Erholung des Körpers und des Geisteso (5. Aufl. von Schettler, Hof 1878).