Damenspiel, ein Brettspiel (s. d.), das von zwei Personen auf einem quadratförmigen, gewöhnlich in 64, abwechselnd weiße (oder hellfarbige) und schwarze (oder dunkelfarbige) Felder geteilten Brette gespielt wird. Jede der beiden Parteien hat zwölf, einerseits weiß oder hell, andererseits schwarz oder dunkel gefärbte flache Steine von scheibenartiger Form, welche bei Anfang des Spiels (der Partie) auf den jedem Spieler zunächst befindlichen drei Reihen, und zwar gewöhnlich auf den Feldern von dunkler Farbe, aufgestellt werden. Die Spieler thun dann abwechselnd je einen Zug, indem sie entweder einen ihrer Steine auf ein schräg angrenzendes gleichfarbiges Feld vorrücken oder, wo es möglich, einen seindlichen Stein schlagen, d. h. überspringen, und vom Brett entfernen. Hierzu ist der Spieler gehalten, wenn vor seinem eigenen Stein ein feindlicher so zu stehen kommt, daß unmittelbarhinter dem letztern in gleicher Richtung ein leeres Feld sich befindet. Trifft dabei der eigene Stein auf einen zweiten, gleichfalls zu überspringenden Stein des Gegners, so ist auch dieser in demselben Zuge zu schlagen. Sobald es einem Spieler gelingt, durch Ziehen oder Schlagen einen seiner Steine auf die letzte Reihe des Brettes, d. h. in die erste Linie des Gegners, vorzubringen, so erhält dieser Stein den Rang einer (durch zwei aufeinandergelegte Steine bezeichneten) Dame, welche nun über beliebig viele Felder in derselben ununterbrochen schrägen Linie sich bewegen darf und vermöge dieser größern Zugfreiheit leichter den Sieg für ihre Partei herbeizuführen vermag. Als Sieger aber gilt derjenige Spieler, welcher entweder seinem Gegner sämtliche Steine geschlagen oder die noch übrigen feindlichen Stücke so festgestellt hat, daß der am Zuge befindliche Gegner seine Steine nicht mehr regelrecht bewegen kann. In der Praxis hat man übrigens an verschiedenen Orten mannigfache Abweichungen von den gewöhnlichen Spielregeln, z. B. in Betreff des Vor⸗ und Rückwärtsschlagens, der mehr oder minder ausgedehnten Gangweise, beziehentlich Schlagweise der Dame u. a. angenommen. Eine der in Deutschland beliebtesten Variationen ist die sog. Schlagdame, bei welcher umgekehrt derjenige Spieler gewinnt, welcher zuerst den andern genötigt hat, ihm sämtliche Steine zu schlagen, beziehentlich die noch übriggebliebenen festzustellen. Außerdem gibt es auch Erweiterungen des gewöhnlichen D., insbesondere die in Frankreich übliche (meist als Polnische Dame dezeichnete Spielweise auf einem 100feldrigen Brette mit 20 Steinen für jede Partei; diese Art des D., bei welcher gewöhnlich die Steine auf den weißen Feldern Platz finden, gibt zu Kombinationen reichern Anlaß. Der Ursprung des Spiels verliert sich in die ältesten Zeiten. Die oft mit dem D. und bisweilen sogar mit dem Schach verwechselten Kombinationsspiele der Alten, namentlich die Petteia der Griechen und das Soldatenspiel (ludus latrunculorum) der Römer, waren zwar ebenfalls Brettspiele mit Steinen, jedoch von unsern modernen Spielen dieser Art ganz wesentlich verschieden. Das Spiel hat seinen Namen von dem aus Frankreich zu uns gekommenen feudalen Titel «Damer (s. d.), welcher zunächst der Königin im Schachspiel, dann aber auch dem in die erste Reihe (Lin die Dame v) des Gegners vorerückten Damensteine beigelegt wurde. Die Engänder bezeichnen das D. als Draughts, die einzelnen Steine als Men, die Dame als King.