Crinoline, vom lat. crinis, Haar, daher ein Gewebe aus Roßhaar, meist ein leinwandartig, etwas lose gewebter Stoff, Dar Kette aus dreifädigem, festgedrehtem feinen aumwollzwirn besteht, während der Einschlag ganzaus ein⸗, zwei: oder dreifachem Pferdehaar hergestellt ist. Dieser Stoff, meist in weißer Farbe, wird zu Damenunterkleidern (auf Stahlgestell oder mit Band umwickelten Stahlreifen zu den nach ihm benannten Crinolinen) verwendet. — — Aus einer großen Menge von Abbildungen sind die Reifröcke bekannt, die, in der Mitte des 18. Jahrh. unter dem Kleide getragen, sich von den C. nur dadurch unterschieden, daß sie meist, anstatt Stahlfedern, Fischbeinruten, und ihre Ausdehnung nicht ins Kreuz, sondern in die Quere hatten. Diese Reifröcke waren selbst wieder bloß eine Abart und neue Auflage von den sog.« Tugendwardeinenv Gertugalles oder vertugadins), welche die franz. Damen im 16. Jahrh. von Spanien annahmen. In den Werken von Rubens sind die Damen noch in solchen Tugendwardeinenv abgebildet, die hier jedoch schon eine beträchtliche Einbuße im Umfange erlitten haben ermißt, sind unter K aufzusuchen. und unter Ludwig XIV. ganz aus der Mode kamen.d Aber noch in den letzten Regierungsjahren dieses; Königs tauchten sie in etwas anderer Gestalt wie-1 der auf und hrer A jetzt den Namen Körbey (Paniers) wegen ihrer Ahnlichkeit mit den geflochtenen l Körben, in welchen die franz. Bauern lebendiges Geflügel zu Markt bringen. In langsamem Gange erreichten die Korb⸗ oder Reifröcke ihren vollen Glanz. erst 1730. Im Sommer trug man die Kleider ohne Gürtel, sodaß die Gewänder den Körper nur am Halse berührten. Gegen das Ende der Regierung Ludwigs XV. beinahe aufgegeben und von vornehmen Damen nur noch bei Hofceremonien getragen, kamen die Reifröcke unter Marie Antoinette abermals in Schwung, mußten aber von vorn nach hinten sehr platt und an den Hüften sehr breit sein. Diesmal hielten sie sich nicht lange, und die später sog. aculs de Pariso traten an die Stelle der Reifröcke. Seit Ende 1855 kamen indes die Reifröcke unter dem anspruchslosen Namen Crinolinen wieder auf und fanden schnell eine so allgemeine Verbreitung, daß die Frauen aller Stände diesen seltsamen in Mon trugen, bis derselbe gegen Ende des zweiten franz. Kaiserreichs unmodisch wurde und von der C. nur ein Diminutivum übrigblieb, nämlich die sog. «Tournurey oder Conditiono, wie sie in den pariser Modehandlungen genannt wird.