FeedCasula
BaukunstBrockhaus 1882

Casula (lat., Häuschen) oder Planete, auch Pänula, Meßgewand, ursprünglich ein den Priester vollständig einschließendes und rings umwallendes Kleid, ohne Offnungen an den Seiten, sodaß es vorn dem Priester über die Arme gelegt werden mußte. Von den beistehenden beiden Abbildungen zeigt Fig. 1. eine glockenförmige C. aus imitiertem arab. Goldstoff, Fig. 2 eine mit der C. bekleidete Bischofsgestalt aus got. Zeit. n dem 12. Jahrh. wurden dann die der Bequemlichkeit willen an den beiden Seiten etwas ausgeschnitten und endeten nach vorn und hinten in eine Spitze. Das System der Sparsamkeit veränderte in neuerer Zeit die alte schöne Form in die jetzt gebräuchliche brettersteife und vorn geschweift zueschnittene. as Gewand ist auf der Vorderseite mit einem vertika⸗ . len Streifen, auf der Rück⸗ Fig. 2. seitemiteinem Kreuze, früher auch mit schief aufsteigenden Querbalken, belegt, das im Mittelalter, welches dasselbe oft auch auf beiden Seiten anbrachte, häufig in prächtiger Stickerei ausgeführt wurde. überhaupt ward und wird für die C. gemeiniglich nur kostbarer Stoff: Seide, Damast, Samt und in älterer Zeit wohl auch orient. Gold⸗ und Seidengewebe verwendet. e der Farbe herrschen bestimmte Vorschriften; sie ist nach den einzelnen Conversations-Lexikon. 18. Aufl. IV. Festen verschieden, nämlich weiß, rot, grün und violett; schwarze Meßgewänder werden nur am Karfreitag, bei allen Totenmessen und Rimder Exequien für erwachsene Christen (für Kinder weiße) getragen. Als ein Kultkleid erwähnt die C. „ im Dienste der Kircheß (Landshut 1880).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 65Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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