Croquis (frz.) ist ein auf dem Felde flüchtig entworfener Plan eines Terrains, wobei man, wegen der Kürze der Zeit, in der die Aufnahme beschafft werden muß, sich keiner genauern Messungen und keiner Instrumente bedient, oder letztere doch nur in untergeordnetem Maße gebraucht werden. Entfernungen werden zu Fuß oder zu Pferde abgeschritten oder auch wohl bloß abgeschätzt; ebenso die aufzutragenden Winkel. Man benutzt dazu einen kleinen, leicht transportabeln Meßtisch, den sog. Croquiertisch, auf dem ein Paar Diopter und eine Orientierboussole angebracht sind; in vielen Fällen entbehrt man aber auch diesen, hilft sich indes, wo es angeht, damit, daß man einzelne Hauptpunkte aus vorhandenen Plänen kopiert und in die anzufertigende Karte aufnimmt. C. werden im Kriege angefertigt, um die Lage und Richtung vorhandener angbarer Wege, auf denen größere Truppenmassen ich bewegen sollen, sog. Kolonnenwege, oder den Lauf größerer oder kleinerer fließender Gewässer, stärkere Hebungen und Senkungen des Terrains, das Vorkommen stehender Gewässer, Sümpfe u. s. w., kurz alles, was auf Truppenbewegungen Einfluß haben kann, festzustellen; man verwendet aber auch C. bei der Darstellung von Schlachtplänen, Schlachtberichten, in den Berichten über umfangreichere Rekognoszierungen und ähnlichen Fällen. Die Anfertigung der C. erfordert Fertigkeit im Aufnehmen; ein gutes Augenmaß, um Entfernungen und Winkel richtig abzuschätzen, ein scharfes Auge, das auch entfernte Gegenstände noch richtig zu erkennen vermag, erleichtern die Ausführung wesentlich. Jeder Offizier sollte im Croquieren geübt sein, da im Kriege die Aufgabe an jeden herantreten kann. Vgl. Plehwe, „Leitfaden für den Unterricht im militärischen Aufnehmen und Planzeichneno (Berl. 1874).