FeedAugenmaß
Handwerk & GewerbeBrockhaus 1882

Augenmaß nennt man die dihigteit, die Größe einer Entfernung, eines Winkels, einer Menge, eines Raums oder Körpers, oder auch das Gewicht einer Masse durch den bloßen Anblick, ohne Beihilfe besonderer Meßinstrumente, zu bestimmen. Das A. ist desto richtiger und schärfer, je näher das gewonnene Resultat mit der Wirklichkeit übereinstimmt. Durch anhaltende und zweckmäßige Übung kann man ein sehr 3. Jeer A. erlangen, was nicht bloß im dern für vr eben von entschiedenem Nutzen, sonern fur viele, besonders für Zeichner, Maler, Bildhauer, Architekten sowie für einzelne Handwerker, B. die Fleischer, bei denen die richtige Abschätzung es Gewichts eines Stücks Schlachtvieh fat überall einen Teil des Meisterstücks ausmacht, in den meisten Fällen unerläßlich ist. Ganz unentbehrlich aber wird es für den Feldmesser, Ingenieur und Militär zur schnellen Entwerfung von Plänen und Karten, bei der Anordnung von Truppenmassen, bei der Abschätzung der feindlichen Heeresabteilungen, zur . w. 2 der Abstände zu beschießender Punkte u. s. w. an 7½ die bei den Bestimmungen durch A. zu beobachtenden Umstände auf gewisse Regeln zurück, welche nach der —..— der u messenden Obiekte natürlich verschieden sind. Der Sorstmann, welcher die Höhe und den Holl t eines Baums durch das bloße A. finden wi Mi. andere dercher die ätze zu beobachten als der Militär, welcher die Stärke einer Truppenabteilung u. s. w. ermitteln soll. Jene Fähigkeit, Groben und Entfernungen richtig zu schätzen, zum großen Teil eine Funktion des binokularen Sehens. Einzugige besitzen sie in viel geringerm Grade. ugenmuskeln, s. unter Auge, S. 197. Angennichts (Nihilum album) ist die volkstümliche Bezeichnung für Zinkblüten (Zinkoxyd), als Augenmittel angewandt.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 2, S. 205Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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