FeedCsiklowa
ErdkundeBrockhaus 1882

Csiklowa, Bergort im ungar. Komitat Krasso, von Deutschen und Rumänen bewohnt, mit einem Hammerwerk und Bergbau auf Kupfer. Esikos (spr. Tschikohsch, vom ungar. esikö, Füllen), der Roßhirt, eine originelle Gestalt aus dem ungar. Volksleben, welche durch die ungar. Dichter, namentlich durch Lenau und Petöfi, auch in weitern Kreisen bekannt geworden ist. Der Anzug des C. besteht aus einem bloßen kurzen Hemd, das kaum bis an die Hüften reicht, mit weiten Flügelärmeln versehen ist, und aus langen weiten Hosen von grober gebleichter Leinwand (Gatya). Sein langes, schwarzes, stark mit Fett eingeriebenes Kopfhaar bedeckt ein kleiner, breitkrempiger Hut. Die Mitte des Leibes umschließt ein mit blanken Knöpfen besetzter lederner Gurt. An den Füßen trägt er Csismen, eine dem Magyaren eigentümliche Art von Schnürstiefeln mit klingenden Sporen. Zur Waffe dient ihm ein kurzer, mit Hammer und Beil versehener Stock (Fokosch), den er mit Sicherheit zu schleudern versteht. Der C. ist ein Mann von großer Stärke, Behendigkeit und Geistesgegenwart, der sich besonders durch seine Gewandtheit im m Rei gen der frei weidenden jungen Pferde und im Reiten solcher ungebändigten Tiere auszeichnet. Von frühester Jugend an ohne Unterricht auf den Weideflächen der großen ungar. Güter und Gestüte unter seinen Herden aufgewachsen, bleibt er unberührt von der Kultur des Städters. Karl Beck hat den C. in Janko, der ungar. Roßhirto (3. Aufl., Lpz. 1870) sehr ansprechend geschildert. 9 hat mit dem fortschreitenden Ackerbau und dem Verschwinden der vom Pfluge noch unberührten Weiden und der großen Viehherden im ungar. Alföld auch das Engund irtenleben des C. erhebliche Einschränung und Zurückdrängung erfahren. Der C. wurde zum Acker⸗ und Pferdeknecht im Sold der ungar. Grundherren und Bauern. Esiky (Gregor), hervorragender ungar. Dramatiker, geb. 8. Dez. 1842 zu Pankota im arader Komitat, studierte in Pest und Wien kath. Theologie und war 1870 — 78 Professor am Priesteruo der in Temesvar. Seit 1878 lebt er ausschließich der Litteratur. Er schrieb anfangs kirchengeschichtliche Werke und Novellen (Aus dem Leben und 4Photographieno), welche Anerkennung fanden; als bedeutender Dramatiker erwies er sich zuerst durch sein Lustspiel Jöslaty (Orakelo, 1875), welches einen akademischen Preis und auf der Bühne großen Beifall errang. Nun folgten vier weitere akademische Preisstücke: die Tragödie «Janus », die Lustspiele «Der Unwidersteh 210 und „Der Mißtrauischer und das Trauerspiel Theodoray; ferner die Dramen Die Proletariero und Glänzendes Elend, die Lustspiele Mukänyiy, Kariaro und Die schönen Mädcheno, das Trauerspiel „Der Maguso und das Schauspiel Anna » (die letztern beiden in je einem Akte), die alle außerordentlichen Bühnenerfolg hatten. C. hat sich auch als übersetzer des Sophokles, des Plautus, 9 reicher franz. (Molièrescher) und engl. Dramen, so- wie Taines «Englische Litteratur eschichte »ausgezeichnet. Er ist Mitglied der Akademie und der Esokonai (Michael), ungar. Dichter, geb. 17. Nov. 1773 zu Aner Bate wurde 1795 Lehrer am Gymnasium seiner Vaterstadt, gab aber wegen Kränklichkeit bald diesen Posten auf und ging nach Särospatak, um sich der echtswisjenschaft zu widmen. Später siedelte er nach Preßburg über, wo er fortan nur der Dichtkunst lebte. Seine Magyar-Musas (Ungar. Musev, Preßb. 1797), ein komisches Epos Dorotya (Dorotheav, Großwardein (Großwardein 1805), Odeno (Großwardein 1805), „Gelegenheitsgedichter (Großwardein 1806) und der „Frühlinge (Komorn 1802), nach Kleists Dichtung, verschafften ihm Berühmtheit. Er ist ein echt volkstümlicher Lyriker, dessen Lieder teilweise noch heute im Munde des Volks leben. Ebenso populär ist sein komisches Heldengedicht Dorotheav; dagegen hatte er für das Drama keinen Beruf. C. starb 20. Jan. 1805. Märton gab seine Gesammelten Werke » (4 Bde., Wien 1813; 2. Aufl. 1816), wie auch «C.s Leben und einige hinterlassene Schriften⸗ (Pest 1817) heraus. Eine kritische Ausgabe seiner Werke besorgte später Werte Toldy (Pest 1846), sein Leben und seine Werke behandelten Thom. Szana (Pest 1869) und Jul. Haraszti (Pest 1880), Im J. 1871 wurde ihm in Debreczin ein Denkmal (von Nik. Izsö) errichtet. Esoma (Alexander), ungar. Reisender und Sprachforscher, geb. 1798 zu Körös, widmete sich 1812—15 in dem Bethlenschen Kollegium zu Nagy-Enyed philol. und theol. Studien. Sodann hielt er sih is 1818 in Deutschland auf, wo er verschiedene Universitäten besuchte. Nachdem er hierauf in Temesvar und Agram sich eingehend mit den slaw. Sprachen, besonders dem Kroatischen beschäftigt, wandte er c im Nov. 1819 nach Bukarest, dann 1820 durch Bulgarien und Rumelien nach dem Hafen Enos wo er sich nach Agypten einschiffte. Durch die Pest aus Alexandria vertrieben, reiste er in morgenländ. Tracht von Beirut über Aleppo und Mosful nach Bagdad, und von hier mit Unterstützung des engl. Konsulats über Kermanschah und Hamadan nach Teheran, wo er im Okt. 1820 anlangte. Er verweilte hier vier Monate, die er hauptsächli auf das Studium der pers. Sprache verwandte. Am 1. März 1821 verließ C., als Armenier verkleidet, Teheran, ging nach Meschhed und erreichte nach großen Beschwerlichkeiten 18. Nov. Bokhara, von wo er mit einer mißt, sind unter K aufzusuchen. Karawane seine Reise über Balkh, Kabul, Bamian nach Lahore im Pendschab fortsetzte. Die folgende d Zeit verbrachte er mit Wanderungen und Forschungen in Ladakh und Kaschmir und widmete sich hier⸗: auf mehrere Jahre hindurch dem Studium der tibe-kk tischen Sprache erst bei dem Lama von Zanskar, dann in einem lamaitischen Kloster in Kanum am obern Setledsch. Im J. 1831 endlich wandte sich 2 C. nach Kalkutta, wo er Bibliothekar der Asiatischen Gesellschaft wurde und seine beiden Hauptwerke ausarbeitete: && grammar of the Tibetan languagen und Essay towards a dictionary Tibetan and Englisho, die beide 1834 zu Kalkutta auf Kosten des brit. Gouvernements im Druck erschienen. Auch gab er in den Asiatic Researchesd (Bd. 20) eine vollständige Ubersicht der gesamten heil. Bücher der Tibetaner. In der Absicht, seine Forschunen und Studien in LHassa, der Hauptstadt Tibets, otzusetten, starb er unterwegs 11. April 1842 zu Dardschiling in Sikkim (im Himalaja), wo ihm später ein Denkmal gesetzt wurde. ö Esongräd, Komitat im jenseitigen Theißkreise des Königreichs Ungarn, im N. an Außeres Szolnok, im O. an Bekes und Csanäd, im S. an Csanad und Torontäl, im W. an Bäcs und Pest grenzend, umfaßt auf 3413 akm 1 Stadt, 3 Marktflecken und 12 Dörfer. Durchgängig eben und von überaus fettem Boden, der des Düngers nie bedarf, ist C. eins der fruchtbarsten Komitate und führt jährlich viel Getreide aus. —— der Tabaksbau beschäftigt viele Menschen. Die Theiß, welche C. in zwei Reroz Hälften teilt, sowie die Hand. Körös und Maros befördern bedeutend den Handel, Fischfang und Schiffbau; ihre fast jährlichen Überschwemmungen bringen aber das Gebiet fortwährend in große Gefahr, die im Febr. 1879 zu der Katastrophe von Szegedin — d.) und Umgebung führte. Die (1880) 228 413 Seelen starke Bevölkerung ist der Nationalität nach mit geringen Ausnahmen magyarisch, der Konfession nach meist Katholiken (125000), demnächst Reformierte (etwa 65000); die übrigen sind Israeliten und Evangelisch-Lutherische. Hauptstadt des Komitats ist Szegedin (. d.). Nennenswert sind noch die Marttsleden Va-Busam (. d.), Szentes (s. d.) und Esongräd, am Zusammenfluß des Körös und der Theiß, mit (1880) 17837 E., die Acker⸗ und Weinbau, Viehzucht, Fischerei und Sodasiederei treiben. Csorich de Monte Creto (Alexander Franz, Freiherr von), österr. Feldmarschalllieutenant, aus kroat. Familie, geb. 3. Okt. 1772 zu Zengg (Küstenland), trat in österr. Militärdienst und zeichnete sich als Oberlieutenant 13. Mai 1800 im Treffen bei Monte Creto aus. C. wurde 1818 als Oberst in den Freiherrenstand mit der Benennung C.de Monte Creto erhoben. Im 1832 rückte er zum Feldmarschalllieutenant und Divisionär in Galizien auf, 1839 wurde er Höchstkommandierender in Tirol und 1842 im Banat. Als solcher starb er 4. März 1847 zu Temesvar. ö

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 699Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 1

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Erdkunde 6