FeedCumülus
HimmelskundeBrockhaus 1882

Cumülus (lat.) oder Haufenwolke heißt nach Howard eine Hauptart der Wolken, welche aus großen und nahezu π Massen besteht, deren Basis eben und horizontal verläuft, während ihre sphärischen Scheitel die mannigfachsten Gestalten bilden und wie ferne Schneegebirge erscheinen. Die Cumuli entstehen dadurch, daß infolge der Tageswärme aufsteigende Luftströme sich bilden. Letztere sind mit farblos durchsichtigen und daher unsichtbaren Wasserdünsten geladen, welche sich in den obern und kältern Luftschichten zu den sichtbar werdenden Wolken verdichten. Je buon die Sonne steigt, desto mehr können sich C. bilden und desto höher sind auch ihre Standorte. Gegen Abend, wenn die aufsteigenden Luftströme ihre Stärke verlieren, senken sich die C. immer mehr in die wärmern Luftschichten herab, wo sie 30 wieder zu unsichtbaren Dünsten auflösen, weshalb dann der Himmel heiter erscheint. Dies kann auch in der Frühe der Fall sein, bevor noch danen Rec Luftströme die Dünste bis zu jener kalten Region zu heben vermögen, wo sie durch Erkaltun 1 Wolken sich verdichten. Dagegen erklärt es sich eicht, daß durch die gegen Mittag kräftig aufsteigenden Luftströme sich so häufig C. bilden. Obwohl sich die C. gegen Abend sehr oft auflösen, kann es doch andererseits vorkommen, daß, wegen hinzukommender kalter und nasser Seitenwinde, die C. sich verdichten und ihre Gestalt zur Regenwolke (s. Wolken) umändern. Die C. liegen zwar tiefer als die Federwolken Cirrus), aber, da sie nicht selten über den höchsten Berggipfeln schwebend erblickt werden, so läßt sich schließen, daß sie auch in bedeutenden Höhen vorkommen können. Ihre Höhen über dem Meeresspiegel können zwischen etwa 500 m und Tausenden von Metern variieren.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 715Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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