Cundinamarca, einer der Vereinigten Staaten von Columbia in Südamerika, umfaßt 22 000 akm mit (1871) 409602 CE., wozu noch 17000 wilde Indianer kommen. Sein Gebiet begreift das mittlere Becken des Magdalenenstroms und die Ostcordillera, welche sich ostwärts in das Tiefland des fast unbewohnten Territoriums San-Martin und das Ostgebiet (San-Andrés), die zusammen nahe die Größe von Italien haben, hinabsenkt. Der Manniger klimatischen Regionen entspricht die der Produkte. Da der Boden bis auf die höchsten Teile der eichtum an Kulturgewächfen aller Klimate. Zur Bevölkerung zählen viele Indianer ungemischten Blutes, besonders auf dem Hochlande von Bogotä. Haupterwerbszweig der Bewohner ist der Landbau. Außer Mais baut man auf den Hochebenen Weizen und Kartoffeln, in den wärmern Landstrichen besonders Bananen, Kakao, Tabak und etwas Auder in den heißen Thälern auch ziemlich viel Zucker. Auch die Viehzucht ist von Bedeutung. Doch liefert der Staat, Tabak ausgenommen, von den Erzeugnissen des Ackerbaues und der Viehzucht nichts zur Ausfuhr wegen des Mangels an guten Straßen und der großen Kosten des Transports. Der wichtigste Ausfuhrartikel ist die Chinarinde. Der Bergbaubetrieb ist nicht bedeutend; doch besitzt der Staat die einzigen Silberminen der Republik 10 Santana Zipaquirà im N. von Bogotä. Die Hauptstadt des Staats ist Bogotä (s. d.). C. verdankt seinen Namen einer altamerik. Göttin und bildete vor der Eroberung des Landes durch die Spanier unter Gonzalo KXimenes de Quesada einen der Hauptsitze indian. Civilisation. Das herrschende Volk waren die Muiscas, eine mächtige, volkreiche Nation, die unter zwei Herrschern stand. Der eine, eine Art von Oberpriester, hatte seinen Sitz zu Iraca; der andere, das polit. Oberhaupt, führte den Titel Zaque und residierte zu Tunja. Die Muiscas waren Sonnenanbeter und nächst den Azteken und Peruanern die civilisierteste Nation in Amerika. Die Kultur Cos ging durch die Grausamkeit der span. Eroberer zu Grunde.