FeedCirrus
TierreichBrockhaus 1882

Cirrus oder Federwolke ist eine der drei Hauptformen der Wolken (s. d.) in der Klassifizierung der letztern durch Luke Howard. Die Cirri erscheinen als sehr zarte, locken-oder federartige weiße Streifen am blauen Himmel; nur bei feuchtem Wetter fließen die Cirri etwas ineinander und die Streifen erscheinen dann weniger deutlich voneinander geschieden. Da die Cirri auf hohen Bergen ebenso wie im Thale aussehen, so gestattet schon dies einen Schluß auf ihre bedeutende Höhe; nach Messungen von Kämtz erreicht ihre Höhe 6000 m, nach andern noch weit darüber. Es ist sehr wahrscheinlich, daß die Cirri nicht aus Nebelbläschen,‚ der Eir aus Schneenädelchen bestehen. Die Bildung er Cirri erfolgt vermutlich dadurch, daß ein warmer Wind in einen obern kalten Wind eindringt. aus der Familie der Kompositen. Sie unterscheidet DWurcg der ihr zunächststehenden Gattung Carduus dadurch, daß die Haare ihrer Samenkrone (des Pappus der Achenen) federig sind. Sie besteht aus teils dornigen, teils fast oder ganz dornenlosen Kräutern, welche, wenn sie neben- oder untereinander wachsen, sehr leicht Bastarde infolge natürahl⸗ Kreuzung erzeugen. Die bekannteste der sehr 0 hlreichen, namentlich in der gemäßigten Zone der lten Welt verbreiteten Arten ist die Ackerdistel C. arvense Lam.), ein überaus lästiges Unkraut. Ferner sind häufig vorkommende Arten das überaus dornige C. lanceolatum Scop., mit purpurnen Blüten, überall auf Schutt wachsend; das in Sümpfen, auf feuchten Wiesen u. s. w. sich findende C. palustre Scoh., welches bisweilen mannshoch wird, zwar zahlreiche, aber kurze, schwache Dornen hat und an seinen kleinen, rispig gruppierten, rortblühenden Blütenkörbchen leicht zu erkennen ist, und die Gemü sedistel, C. oleraceum Scoy., gemein auf feuchten Wiesen, ein saftiges, breitblätteriges, fast dornenloses Kraut mit von gelblichrünen, dünnhäutigen Hüllblättern umgebenen lütenköpfen und weißlichen Blüten, ein gutes Milchfutter. Eine in Deutschland hin und wieder, in Südeuropa dagegen ziemlich häufig vorkommende, auf Kalkboden wachsende Art, die Wolldistel (C. eriophorum Scop.), welche Mannshöhe erreicht und große kugelrunde Köpfe mit in Spinnwebwolle eingehüllten Stachelschuppen und purpurnen Blüten trägt, verdient in Parkanlagen als Dekorationspflanze auf Rasenplätzen kultiviert zu werden. Die Arten der Gattung C. werden neuerdings zur Gattung Cnicus (s. d.) gerechnet.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 412Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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