FeedCyanin
NaturlehreBrockhaus 1882

Cyanin (Chinolinblau, Lepidinblau), eine künstliche Base, die aus dem bei der Chininfabrikation in großer Menge abfallenden Cinchonin dargestellt wird. Zu dem Ende destilliert man das Einchonin mit Natronhydrat, wobei rohes Chinolin übergeht. Erhitzt man nun das Chinolin mit Jodamyl, so bildet sich eine Verbindung beider, aus der durch Behandeln mit Natronlauge ein prächtig blauer Farbstoff, das C., entsteht. Er ist iodhaltig. Das C. bildet Krystalle mit metallgrünem Glanz und goldgelbem Reflex, die sich schwer in Wasser, leicht in Alkohol, und zwar mit blauer Farbe lösen. Die mit C. auf Seide und Wolle erzeugten Farben sind überaus glänzend, doch leider so empfindlich gegen das Licht, daß die Farbe durch direktes Sonnenlicht nach wenigen Stunden schon zerstört ist. Das C. wird als sehr empfindliches Reagens auf Säuren und Basen benutzt. Die dunkelblaue weingeistige Lösung wird' durch alle Säuren entfärbt und die farblose Flüssigkeit durch jedes Alkali wieder blau gefärbt.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 731Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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