Cycadeen (Cycadéae), Name einer Pflanzenfamilie aus der Abteilung der Gymnospermen, welche zwischen den Nadelhölzern und Farnen steht und eine sehr eigentümliche Gruppe bildet, deren meiste Arten der Vorwelt angehören. Die C. sind Holzgewächse von palmenartigem Wuchs, indem sie auf einem meist nur niedrigen Stamme von walziger, länglicher oder fast kugeliger Form, der mißt, sind unter K aufzusuchen. über und über mit den Narben der abgefallenen Blätter und den zwischen diesen stehenden Schuppen bedeckt zu sein pflegt, eine Krone oft sehr großer, holziger Blätter erschnitd Zweige genannt) tragen. Letztere sind fiederschnittig oder wirklich gefiedert, mit parallel-aderigen, ganzrandigen oder eingestechend-spitzen Abschnitten oder Fiederblättchen. Die stets eingeschlechtigen Blüten erscheinen auf Staubbeutel und Samenknospen reduziert. Erstere sitzen auf der innern Fläche von zu Zapfen vereinigten Schuppen in großer Zahl nebeneinander, letztere bald auf der Fläche, bald in den Randkerben ebenfalls zapfenbildender Schuppenblätter. Die aus den Samenknospen hervorgehenden Samen ähneln denen der Nadelhölzer; auch der anatom. Bau des Stamms zeigt mehr Verwandtschaft mit dem der Nadelhölzer als mit den andern Holzgewächsen. Durch ihren Wuchs erinnern die C. an die Palmen, mit denen sie sonst nicht die geringste Verwandtschaft besitzen, durch die .—— eingerollte Knospenlage der Blätter und ihrer Abschnitte oder Blättchen an die Farnkräuter. Sie sind vorzüglich in der tropischen und subtropischen Zone der südl. Hemisphäre, namentlich in Südafrika, Neuholland und den ostind. Inseln, sowie in Ostindien selbst zu Hause und werden ihrer Eigentümlichkeit und Schönheit halber in Gewächshäusern häufig kultiviert. Die Stämme einiger Arten enthalten ein eßbares Mark, das als Sago verwendet wird. (S. Sago.) Die fossilen Pflanzenreste, welche zu den C. gerechnet werden, gehören hauptsächlich den Gattungen Cycadites Bro9n., Lamites Bro9n., Medullosa Cotta, Pterophyllum Brogn. an. Die unter dem Gattungsnamen Noeggerathia früher ebenfalls zu den C. gestellten Pflanzenreste rechnet man jetzt teils zu den Coniferen, teils faßt man sie unter einer besondern, den C. jedenfalls nahe verwandten Gruppe, welche man als Noeggerathicae bezeichnet, zusammen. Cyoas, von Linné aufgestellte Pflanzengattung aus der nach ihr benannten Familie der Cycadeen (s. d.). Von andern Gattungen dieser Familie unterscheidet sich C. durch die länglich-keilförmigen Staubbeutel, die in den Randkerben verlängert spatelförmiger Fruchtblätter (Schuppen der weiblichen Zapfen) stehenden aufrechten Samenknospen und Samen, die beerenartige Beschaffenheit der letztern und die Zweihäusigkeit. Die Zapfen stehen am Ende der Stämme im Centrum der palmenartigen Blätterkrone und werden sehr groß. C. circiunalis L., ein bis 13 m Höhe erreichender, sehr schöner Baum mit gefiederten, bis 3 m langen Blättern und lineal-lanzettförmigen, spitzen, planen, glänzendgrünen Blättchen, in Ostindien und auf den Molukken heimisch, liefert einen Teil des in den Handel kommenden echten Sago, doch eine geringe Sorte, s. Sago. Die mit gedrängter stehenden, kleinern, am Rande umgerollten Blättchen versehenen Blätter der in China und Japan wachsenden C. revoluta L. sind die sog. Palmenzweiges, mit denen man in Deutschland die Särge zu schmücken pflegt. In einigen Städten Frankreichs bedient man sich derselben anstatt wirklicher Palmenblätter bei den kirchlichen Feierlichkeiten des Palmsonntags. Aus diesen Gründen wird C. revoluta sehr häufig in Handelsgärten kultiviert. Cvolamen J., Hflan engattung aus der Familie der Primulaceen. Fhre der Mehrzahl nach in Südeuropa und dem Orient wachsenden Arten sind perennierende, stengellose Kräuter mit langestielten, grundständigen, meist nieren⸗ oder herzürmigen Blättern und ebenfalls grundständigen, werche stehenden, langgestielten, nickenden Blüten, welche einen fünfteiligen Kelch und eine kurzröhrige Blumenkrone mit langem, zurückgeschlagenem, fünflappigem Saum besitzen. Die Frucht ist eine fünfklappige, vielsamige Kapsel. Die häufigste Art ist C. europaeum L., in Deutschland, wo sie namentlich in den Wäldern der Alpengegenden, doch auch schon in Faliod und Mähren auf steinigem, bemoostem Kalkboden vorkommt, unter den Namen Erdscheibe, Saubrot und Alpenveilchen bekannt (s. Tafel: Alpenpflanzen, Fig. 10). Sie hat hübsche, purpurrote oder lilafarbene, sehr wohlriechende Blumen und herzförmige, auf der obern Fläche eine kreisförmige weiße Zeichnung zeigende Blätter und ist im übrigen Deutschland eine sehr beliebte Zimmerzierpflanze. Der Knollen enthält einen Brechen und Purgieren bewirkenden Körper, das Cyclamin, weshalb die Pflanze für giftig und heilkräftig gilt. Der Knollen wurde auch wirklich früher unter dem Namen Radix Cyclaminis v. Arthanitae gegen Kropf, Drüsenleiden und bei Trägheit der Thätigkeit des Darmkanals gebraucht und wird noch jetzt in Italien zu Salben verwendet. Geröstete Knollen haben keine nachteiligen Eigenschaften und sollen wie Maronen schmecken. Auch die andern Arten der Gattung C. haben ähnlich beschaffene Knollen und übertreffen die gemeine Erdscheibe zum Teil noch in der Schönheit und Größe der Blumen. Alle Arten dieser Gattung sind von jeher beliebte Zierpflanzen gewesen und lassen sich in Töpfen leicht ziehen. Nur darf man die Knollen nicht tief, sondern el Woden bis zum dritten Teil ihrer Stärke in den Boden setzen und nach Entwickelung der Blätter nicht zu reichlich gießen. Die Vermehrung ist leicht, indem man aus jedem Blatte, welches man mit einem kleinen Stückchen aus der Krone des Knollens ausschneidet, einen Steckling ziehen kann.