Cyperaceen (Cyperacêae, Cyperngräser), Pflanzenfamilie aus der Gruppe der Monokotyledonen, deren Arten grasartige Gewächse sind, die sich aber von den echten Gräsern, den Gramineen (s. d.), durch knotenlose Halme, dreireihig angeordnete Blätter mit röhrigen, geschlossenen Scheiden ohne Blatthäutchen, in einfache Ahren oder in traubig, büschel- und trugdoldenförmig gruppierte AÄhrchen gestellte Blüten und Nüßchen mit nur kleinem Eiweißkörper unterscheiden. Die Halme und Blätter der C. enthalten meist ziemlich reichlich Pflanzensäuren und deren Salze, weshalb man sie auch im Gegensatz zu den Gramineen als Sauergräser oder Scheingräser bezeichnet hat. Außer durch die bereits angegebenen Merkmale unterscheiden sie sich von den Gramineen noch durch die folgenden. Ihre bald zwitterlichen, bald eingeschlechtigen, meist nur aus den Geschlechtsorganen bestehenden Blüten befinden sich unter einer einzigen Deckschuppe, und liegen diese bald nach allen Seiten hin gerichteten, bald hrnenee angeordneten, stets mit einem Kiel versehenen Deckschuppen dachziegelförmig übereinander. Die Beutel der stets in Dreizahl vorhandenen Staubgefäße sind mit dem einen Ende an die haarfeinen Staubfäden angeheftet. Der Narben (ete trägt einen bald in zwei, bald in drei arben geteilten Griffel. Die Blüten entbehren entweder der Hüllen gänzlich, oder sie sind von einigen Schüppchen, Börstchen u. dgl. m. umgeben oder (nur die weiblichen der Gattung Carex) von einem dem Fruchtknoten enganliegenden Perigon, welches dann auch das oft dreikantige Nüßchen umhüllt. Wegen der Kleinheit des Eiweißkörpers können die Früchte der C. nicht Na Mehlbereitung verwendet werden; wegen des Mangels an Zucker und nahrhaftem Schleim und des Überschusses an sauren und scharfen Stoffen auch nicht als Viehfutter und sind deshalb dem Landwirt verhaßt mißt, sind unter K aufzusuchen. In anderer Beziehung spenden einzelne Arten dem Menschen mancherlei Nutzen, z. B. das Sandriedgras (Carex arenaria) als Sandbefestigungs- und Arzneipflanze, Cyperus esculentus wegen seiner nahrhaften Knollen (s. Cyperus), verschiedene Binsen als Flecht⸗, Streu⸗ und Verpackungsmaterial, u. s. w. Die C. sind gleich den Gramineen über die ganze Erde verbreitet. Die größte Anzahl von Gattungen und Arten findet sich zwischen den Wendekreisen, wo in der warmen Region C. die Stelle der Süßgräser vertreten und Wiesen bilden. Dagegen ist die kältere, gemäßigte und kalte Zone durch den Individuenreichtum gewisser C. (namentlich Carexarten) ausgezeichnet. Diese, wie überhaupt die meisten C., wachsen vorzugsweise auf nassem, sumpfigem Boden und tragen oft sehr wesentlich zur Bildung des Torfs (s. d.) bei. Durch zweckmäßige Entwässerungen lassen sich mit C. beockte Wiesen (saure Wiesen) verbessern, indem hierurch die C. absterben und Süßgräsern Platz machen. Die bekanntesten Gattungen einheimischer C. sind die Riedgräser oder Seggen (Carez), die Binsen (Seirpus) und die Wollgräser (Eriophorum). Zur Aurerrut der C. gehört unter anderm auch die im Altertum wichtige Papyrusstaude Papyrus antiquorum).