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ErdkundeBrockhaus 1882

Czechen (spr. Tschechen) ist der einheimischeName der zur westslaw. Gruppe gehörenden slaw. Stämme in Böhmen, Mähren und einem Teile Oberungarns (der Böhmen oder C. im engern Sinne, der Mähren und Slowaken); die ungefähre heutige Sprachgrenze wird bestimmt durch die Linie Taus (an der Bahn zwischen Pilsen und Schwandorf), Krumau, Brünn, Preßburg, Unghvär, Troppau, Olmütz, Reichenberg, Melnik, Leitmeritz, Pilsen, Taus. Die Geamtzahl der C. in der Ssterreichisch-Ungarischen onarchie beträgt (nach der Vohmen vom 31. Dez. 1880) 6 971 384; davon in Böhmen 3470 252, in Mähren1507328, in Osterreichisch-Schlesien 126385, in den übrigen cisleithan. Ländern 75 943, in Unarn und Siebenbürgen 1790 476 Bewohner. 4ommen noch etwa 60000 im preuß. Staate (Schlesien). Zwischen C. im engern Sinne und ubbildet ziemlich genau die Landesgrenze zwischen Böhmen und Mähren auch die Dialektgrenze, das Slowakische greift über die polit. Grenze Ungarns nach Mähren hinein, namentlich in das Dreieck zwischen Drevnica, March und Kleinen Karpaten. Nach wahrscheinlichen Schlüssen aus den ältesten Berichten über die Bewohner Böhmens sind die C. vor der Mitte des 5. Jahrh. in Böhmen von Osten her eingewandert, nachdem das Land von german. Stämmen (Markomannen) geräumt war. Die Einwanderer, anfangs in eine Menge kleiner Stämme geteilt, gelangten erst nach Jahrhunderten zu engerer Volks⸗ und Staatseinheit. (S. Böhmen.)

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 750Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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