FeedCzyhlarz
HeilkundeBrockhaus 1882

Czyhlarz (spr. Zychlarsch, Karl, Ritter von), Völme geb. 17. Aug. 1833 zu Lobositz in Deutschöhmen, studierte 1851—55 zu Prag die Rechtsmißt, sind unter Tsch aufzusuchen. wissenschaft und habilitierte sich daselbst 1858 als Privatdocent für röm. Recht. Im J. 1863 wurde er nach einem kurzen Aufenthalt als Juristenpräfekt am Theresianum zu Wien an der prager Universität außerord. und 1869 ord. Professor. Seine Schriften, durch die er sich als ein gründlicher Kenner des röm. Rechts erwies, sind: Das röm. Dotalrechtv D, der vierte Buchstabe unsers Alphabets, gehört mit t und verschiedenen s-Lauten zu den sog. dentalen Konsonanten (Dentales, vom lat. dens, Zahn, also Zahnlautev); die 2Din Ptel rührt daher, daß diese Laute erzeugt werden mittels einer bestimmten Stellung der Zunge gegen die Zahnreihe. Der Buchstabe, der unserm d entspricht, bedeutet durchweg in den europ. Sprachen denselben Laut, doch hat er im Neugriechischen die Aussprache des weichen engl. th. Der lautphysiol. Unterschied vom t, von welchem d in mittel⸗ und süddeutschen Dialekten nicht streng in der Aussprache geschieden wird, ist der, daß beist (der tenuis oder dem Stummlaut) die Stimmbänder des Kehlkopfes nicht in tönende Schwingungen versetzt werden, während dies bei d (der media, dem tönenden Laute) der Fall ist. Im phöniz. Alphabet hieß dieser Buchstabe daleth, d. h. die Thüre, wohl nach der ursprünglichen hieroglyphischen Gestalt desselben; hieraus entstand der griech. Name delta. In der Musik ist D (ital. re, frz. ré, engl. ebenfalls D) die Benennung und Bezeichnung für die zweite diatonische Tonstufe oder die dritte Saite der iatonisch-chromatischen Tonleiter. (S. Ton und Tonarten.) Gegen den Grundton C macht der Ton D einen ganzen großen Ton aus. Als Abkürzungszeichen für Wörter und Formeln wird D vielfach gebraucht, auch schon auf röm. Denkmälern, Inschriften, Münzen u. s. w.; es steht dort für Decimus, Decretum, Decuria (oder Decurio), Dedicavit, Devotus, Deus (oder Deo), Dictator, Divus, Diva, Dominus, Domina, Dux etc. Der Jurist citiert mit D (d. i. Digesta) die Pandekten. Bei Tempelinschriften steht D. O. M. für Deo optimo maximo (d. h. dem höchsten besten Gotte geweiht); D. D. D. bei Schenkungen an die Götter und später bei Dedikationen von Büchern fUr Dat, donat, dicat oder Dat, dicat, dedicat (d. h. N. N. gibt, schenkt und weiht); Doder d in lat. Brieen für dabam, wie das deutsche Gegeben oder Gechrieben, oder auch für dies (der Tag), daher a. d. oviel als ante diem (d. h. vor dem und dem Tage. ls röm. Zahlzeichen steht D, auch lo, aus welchem letztern Zeichen das erstere sich gebildet hat, für 500. Auf Rechnungen gilt dt als dedit, d. i. bezahlt. Vor Namen bezeichnet D das span. Don, und Dr. den Titel Doktor. In der Logik ist D einer der vier Anfangsbuchstaben der Namen der von den ältern Logikern aufgestellten Schlußmoden. Auf altfranz. Geldrechnungen steht D für Denier; auch ist D. hierfür noch jetzt die numismatische Bezeichnung. Auf Rezepten steht Doder d für detur. In der Ophthalmologie ist D die Abkürzung + ioptrie (s. d.). Beim Klavier⸗ und Orgelspiel gilt D oder d als Abbreviatur für dextra, destra, droite (d. i. rechte (Gieß. 1870), «Zur Lehre von der Resolutivbedinungo (Prag 1871), Grundriß der Institutioneno Prag 1878). Am polit. Leben Osterreichs get sich C. seit 1861 als Anhänger der deutschen Verfassungspartei beteiligt und ist seit 1866 mehrfach in den böhm. Landtag gewählt worden. Im J. 1878 wurde er in den erblichen Ritterstand erhoben. Hand, mit der rechten Hand), bisweilen auch d. m. drer dextra manu, destra mano, droite main) abreviert. Auf deutschen Reichsmünzen bezeichnet D den Münzort München, auf ältern preußischen: Aurich, auf neuern (1817 — 48): Düsseldorf; auf österreichischen: Gratz; auf französischen: Lyon. D. A., Abkürzung für Divus Augustus. D. a., Abkürzung für dicti anni, d. i. besagten Da (lat.), auf Rezepten: gib! Jahres. Daalder (Thaler) hieß eine im 17. und 18. RAnd. und weiter bis 1816 ausgeprägte niederänd. silberne Reichsmünze von 1½ Gulden oder 30 Stübern. Sie war gesetzlich 328,98 holländ. As oder 15,8095 g schwer und 14 ½ Loth oder 916 ½¼ Tausendteile fein, daher im Feingewicht von 14,402 g. Ihr Wert war, wenn man den frühern Thaler des norddeutschen 30-Thalerfußes zu 3 Mark rechnet, 2 deutsche Mark 60,86 I sowie = 1 Gulden 30,43 Kreuzer österr. Silberwährung. (S. Rijksdaalder.) Daba, Dorf in Tibet, am nördl. Abhange des Himalaja, an. wegen der seltsamen Formen von einer Anzahl sich in seiner Nähe befindender Sandsteinfelsen. Viele derselben schließen Höhlen in sich, welche teilweise von der Bevölkerung zu Wohnungen benutzt werden. Dabbeh (El), nub. Dorf links am Nil, in Dar-Dongola, von wo der Karawanenweg nach Kordofan gerade nach S. führt, während von dem 18,5 km östlicher am Nil gelegenen Ab-Döm die Karawanenstraße durch die Bajudasteppe nach Chartum läuft. Hier endet die nub. Sprache; südlicher hört man nur das Arabische oder Negerdialekte. Seit Kordofan und Dar-For unter a35 Botmäßigkeit gekommen ist, hat der Ort D. als Ausgang der Karawanen eine erhöhte Bedeutung gewonnen. Daber (ehemals Dober), Stadt in der preuß. Provinz Pommern, Regierungsbezirk Stettin, Kreis Naugard, in sumpfiger Niederung zwischen dem Daber⸗ und Teetzsee, unweit des Wothschwiensees, in 122 m Höhe, zählt (1880) 2271 fast sämtlich prot. E., welche eine Dextrinfabrik, Tuch⸗ und Leinwandfabriken unterhalten. Als die Stadt noch zum Bistum Kammin gehörte, wohnten hier Tempelritter; 1352 wurde das Land D. dem Jakob von Dewitz, Grafen von Fürstenberg, durch Wratislaw VI. und Bogislaw VI. geschenkt. Das alte verfallene Schloß hieß einst Dobra, d. h. Gut. abistan, ein in pers. Sprache geschriebenes Werk eines Gelehrten, Mohsan Fani, der im 17. Jahrh. lebte. Es enthält eine Beschreibung der Lehren und Gebräuche der verschiedenen Religionen des Orients. Im Druck erschien das Werk zuerst in Kalkutta (1809, in engl. Übersetzung w1844) und das erste Kapitel in deutscher Übersetzung von Dalberg (Bamb. 1817). Dabonu, Dorf an der Körner⸗ oder Pfefferküste des Busens von Guinea, 93 km westlich von Grand-Bassam, liegt hoch, die Umgegend beherrschend, an der Küste der Daboubai, am Rande von Wäldern und Savannen und treibt, wie alle an dieser Küste gelegenen Orte, großen Handel mit Palmöl. D. war eine franz. Niederlassung, ist aber seit 1871 aufgegeben. Dabrath, einst eine Levitenstadt im Stammebiete Issaschar, im südlichsten Teile der Landshaft Galiläa, jetzt ein kleines Dorf Deburi oder Debüriseh am Westfuße des Taborbergs. Dabrowa (spr. Dombrowa), Stadt in Galizien, 17 Km nördlich von Tarnow und mit dieser Stadt durch eine Straße verbunden, Sitz einer Bezirkshauptmannschaft, hat ein großes, 1683 erbautes Schloß und bedeutende Pferdemärkte und zählt (1880) 3219 E. poln. Zunge, die neben den städtischen Gewerben sich vornehmlich mit Feldwirtschaft und Viehzucht befassen. Im Norden der Stadt verflacht sich das Land gegen die Weichsel hin und ist mit seinem Sandboden dem Ackerbau weniger günstig als die Strecke gegen Tarnow. Dabrowski (Jan Henrik), poln. General, s. Da capo (ital.), abgekürzt da cap. oder d. c. (d. i. von Anfang), deutet in der Notenschrift an, daß das Tonstück vom Anfang an bis dahin, wo das Finalzeichen oder das Wort Fine steht, unverändert wiederholt werden soll. Der ursprünglichen Wortbedeutung nach ist das Da capo auch ein überall gebräuchlicher, den Italienern entlehnter und Wohlgefallen ausdrückender Zuruf für Sänger und Instrumentalisten, das vorgetragene Musikstück noch einmal zu wiederholen. Dach ist die Bedeckung eines Gebäudes, angelegt zum Schutze des innern Raums und der Mauern desselben vor den Witterungseinflüssen. Die Ableitung des Regenwassers und schmelzenden Schnees macht eine gewisse Neigung und ein Überragen des D. über die Umfassungsmauern notwendig. Der Grad der Neigung und die dem D. im allgemeinen zu gebende Form sind abhängig von Lertarier Verhältnissen, vom Deckmaterial und der Art der Eindeckung desselben, von ökonomischen Zwecken (Benutzung der Dachflächen und des Bodenraums unter denselben und von ästhetischen Anforderungen. Die Hauptbestandteile eines D. sind (von durchaus steinernen Dächern abgesehen) das Dachgerüste (Dachwerkoder Dachgestelle) und die Dachung oder Eindeckung. Ersteres bestimmt die Form des D. und bildet zugleich eine feste und stabile Unterlage für das Deckmaterial. In Bezug auf die Form des D. unterscheidet man im allgemeinen Dächer mit * und solche mit gekrümmten Dachflächen. Die rascheste und sicherste Ableitung des Wassers erfolgt durch gerade Dachflächen, und die in solcher Weise aus geraden Hölzern konstruierten Dächer heißen Sparrendächer (s. Tafel: Dach, Fig. 1—7, 11—13); die aus gekrümmten Flächen bestehenden und mittels sog. Bohlen⸗(Bogen⸗)Sparren konstruierten Dächer dagegen Bohlendächer (Fig. 8 —10, 14). Sie wurden zuerst von Philibert de l'Orme (1548) angewendet und Aurn in Deutschland besonders durch Gilly (1797 ufnahme gefunden. Die Schwierigkeit ihrer Eindeckung veranlaßte es, sie teilweise oder ganz mit geraden Sparren zu überdecken, bis sie durch das Verlassen der mit dem Zopfstil verbundenen geschweiften Formen und Einführung rationellerer Dachkonstruktionen allmählich wieder verschwanden. Die Sparrendächer kommen in verschiedenen Grundformen zur Anwendung, welche je nach der Grundfigur und Stellung des Gebäudes zu den mannigfachsten Kombinationen zusammengesetzt werden. Solche Grundformen sind: das aus nur einer geneigten Fläche bestehende Pultdach (Fig. 1), das meist auf solchen Gebäuden, angebracht wird, die mit einer oder mehrern Seiten an der nachbarlichen Grenze stehen oder in verschiedenen Höhen zu überdecken sind; das Satteldach (Fig. 2), das aus zwei lachen belehe unter gleichem Winkel geneigten Dachflächen besteht und für die in geschlossener Reihe stehenden Häuser die tetht. Dachform ist. Die obere gemeinschaftliche Kante beider Dachflächen heißt der Forsten oder Firsten, die untern Kanten Traufkanten, Traufen oder Saumkanten. Die beiden an den schmalen Seiten des Gebäudes befindlichen, das D. begrenzenden vertikalen Mauerdreiecke heißen Giebel. Sie kommen sowohl bei Sattel⸗ wie bei Pultdächern vor. Jetzt werden bei geschlossenen die Giebel einander zugekehrt, oft auch gemeinschaftlich gebaut (Kommunmauern), während im Mittelalter die Giebel nach der Straße gerichtet waren und häufig einen wesentlichen Dekorationsbestandteil der Fagaden ausmachten. Hinsichtlich der Neigung der Satteldächer unterschied man früher nachfolgende Benennungen: Altdeutsches oder gotisches D. (Höhe — Grundlinie), altfranzösisches D. (der Giebel ein gleichseitiges Dreieck), neudeuts ches oder Winkeldach (der Giebel ein rechtwinkeliges Dreieck, Höhe — halber Tiefe), italienisches oder flaches D. (Höhe kleiner als halbe Tiefe) und antikes oder Adlerdach. Bei freistehenden Gebäuden findet gewöhnlich eine Abdachung von allen vier Seiten statt, und man erhält auf diese Weise das Walmdach (Fig. 3)n eine Unterart hiervon bildet der bei ländlichen Gebäuden häufig vorkommende halbe Walm (auch Krüppelwalm, Fig. 4), mit nur halber Giebelbnde Über regulären vielseitigen Grundformen ildet sich bei allseitiger Abdachung oder Walmung das in eine Spitze auslaufende Zeltdach (bei runder Grundform Kegeldach, Fig. 5), das bei vorwiegender Höhe, wie auf Türmen, Helmdach ig. 6, 7), bei geschweifter Form Haube (Fig. 8, 9, 10), genannt wird. Abweichende Dachformen sind noch die (von Frangois Mansard 1700 erfundene) Mansarde (Fig. 11), die aus gebrochenen, unter verschiedenen inkeln geneigten Dachflächen zusammengesetzt und sowohl für Pult⸗ und Sattel⸗, wie für Walm⸗ und Zeltdächer zur Anwendung gekommen ist; das Plattform⸗ oder Terrassendach (Fig. 12) mit oberster, nahezu ebener Abdeckung von Metallblech; das aus einer Reihe von Pultdächern mit schrägen, verglasten Rückwänden bestehende Shed-oder Sägendach (Fig. 13), das „zur überdeckung von Parterresälen für Webereien, Tuchfabriken u.s. w. dient, die ein reichliches Oberlicht bedürfen; das einseitige Sattel- oder Pferdekopfdach u. a. m. ö In Bezug auf die Konstruktion der Dach-Hurchd ist teils die Tiefe des Gebäudes und die durch die angenommene Neigung bedingte Länge der Sparren, teils die Art des Deckmaterials und dessen eGewicht von Einfluß. Das ganze Dachgerüste wird gebildet aus einer Reihe vertikal und parallel stehender Dreiecke oder Gespärre (Gebinde, Fig. 15), die mindestens aus zwei Sparren bestehen und sowohl nach der Länge wie nach der Tiefe des Gebäudes zu einem festen Ganzen verbunden sind. Man unterscheidet im allgemeinen vier Konstruktionssteme, und zwar: 1) Dächer mit unmittelbarer erbindung der Sparren und Dachbalken, älteste Art, mit unzugänglichen Dachwinkeln 6. 15—19, 21—25); 2) Dächer mit versenktem Gebälke oder mit Kniestock, die jetzt gebräuchlichste Konstruktionsweise, bei welcher eine nur mittelbare Verbindung der Sparrenfußenden mit der tiefer gelegten (oder versenkten) Balkenlage stattfindet (Fig. 20, 26); 3) Dächer mit Hänge-und Sprengwerken, bei denen wegen mangelnder Unterstützung der Balken die Last des D. auf die Balkenenden übertragen wird oder ugleich eine Unterstützung der Balkenlagen selbst stattsindet (Fig. 23, 25, 26); 4) Dächer ohne Balkenlagen, bei denen das D. selbst die Decke des Raums bildet und die Unterstützung des D. von den Mauern aus erfolgt, wie in Turn⸗, Bahnhofs-, Markthallen, Kirchen, Reitbahnen u. s. w. Cig. 24⁴, 27 — 29). Je nach der Unterstützungsweise der Sparren unterscheidet man weiter Kehlbalkendächer und n Bei erstern werden die Sparrenpaare oder Gebinde durch horizontale, zwischen dieselben gezapfte Hölzer oder Kehlbalken verspreizt, die in ihrer Gesamtheit eine Balkenlage (s. d.) oder Dachboden bilden (Fig. 16, 17, 18). Bei größerer Länge der Kehlbalken erfolgt deren Unterstützung durch vertikale (stehende) oder geneigte (liegende) Wände, Stuhlwände genannt, von den Balken aus, daher die Bezeichnung stehender (Fig. 16, 17) oder liegender Dachstuhl (Fig. 19). Bei den Pfettendächern geschieht die Unterstützung der Gespärre durch nach der Länge des D. gehende Hölzer (Pfetten oder Fetten) in gewissen Abständen, die wieder durc Streben, Haupt⸗ oder Tragsparren, oder durch stehende oder liegende Säulen Unterstützung finden (Fig. 19 —- 24). Bei den eisernen Dachgerüsten, die in der Regel ohne Balkenlagen sind, findet eine abweichende Konstruktion statt; anfangs wandte man Gußeisen an und legte dabei die Bogenkonstruktion zu Grunde (Fig. 28); man kam jedoch davon später zurück, erkannte Schmiede⸗, be-Imd bonst Walzeisen als das geeignetste Material und konstruiert nun die Dächer hauptsächlich aus Schmiedeeisen nach engl., franz. oder deutschem Fachwerkssystem (Fig. 24, 27, 29). In Bezug auf das Deckmaterial ist zunächst zwischen feuerbeständigen (harten) und brennbaren (weichen) Dachungen zu unterscheiden. Die letztern sind, wenn nicht geradezu verboten, so doch nur für anz untergeordnete oder interimistische Gebäude (ohne Feuerungsanlage) statthaft. Zu solchen Dachungen gehören Stroh⸗, Rohr⸗, Schindel⸗ und Bretterdeckungen, während als harte Dachungen Ziegel⸗, Schiefer⸗, Cementplatten⸗, Metallblech-, Dachpapp⸗ und Holzeementdächer anerkannt sind. Je dichter und undurchlässiger das Deckmaterial Und je glatter die Oberfläche der Dachung ist, desto flacher kann die Dachneigung sein. Es haben sich erfahrungsgemäß folgende Minimalneigungsverhältnisse für die beistehenden Deckmaterialien herausgestellt, die durch das Verhältnis der Höhe des D. zur Tiefe des Gebäudes ausgedrückt sind: Zie-Holzeement 2: ½, Metallblech ½3: ½½ Je nach der Eindeckungs⸗ oder überdeckungsweise unterscheidet man besondere Bezeichnungen, z. B. beim Ziegeldach: Eindeckung in Reihen und im Verbande (Fig. 34, 36), einfaches D. mit nur halber Üüberdeckung Fig. 33, 34), Doppeldach mit Zweidrittelüberdeckung (Fig. 35, 36), Kronen-oder Ritterdach mit doppelten Schichten; beim Schiefer: die deutsche Dachung mit Diagonalbahnen (Fig. 32), die einfache und doppelte engl. Dachung mit Schichten parallel zur Traufe (Fig. 31); bei Dachpappe: das + „ D. mit Tafeln und Diagonalbahnen, das eistendach mit Rollenpappe. (S. Dachpappe.) Von den Metallen wird Kupfer⸗, Eisen⸗, Blei⸗ und Zinkblech zu Dachungen verwendet. Das erstere ist zwar das teuerste, aber auch zugleich delnmirst und erfordert nur eine Verbindung der Tafeln mit stehendem und liegendem Falz. Eisenblech wird entweder in glatten Tafeln, ähnlich der Kupferbedachung, oder in Form von Wellblech verwendet, erfordert aber guten Olfarbenanstrich zum Schutz gegen Rost. Blei gibt schwere und teuere Dachung, dagegen zeichnet sich Zinkblech durch Billigkeit und verhältnismäßige Dauer aus; es kann in acht verschiedenen Weisen eingedeckt werden (einige davon, s. Fig. 38—40). Alle Blechbedachungen, mit Ausnahme des Wellblechs (Fig. 37, von unten gesehen), erfordern eine Schalung von Brettern als Unterlage. Von den Estrichdachungen ist das seinerzeit in Aufnahme gewesene Dornsche Dach, eine Art Iaue Hanstenaf namentlich aber das von Karl Samuel Häusler in Hirschberg 1840 erfundene Holzcementdach zu erwähnen. Letzteres hat sich durch seine Benutzbarkeit zu Terrassen, Gartenanlagen u. s. w. bei geringem Gefälle große Beliebtheit verschafft, wird auf einer Schalung mit vierfachen, in Verband übereinander gelegten und mit einer Asphaltmasse (Holzeement) verbundenen Papierlagen und einer Überdeckung derselben mit Lehm, Kies oder Rasen hergestellt und hat sich bereits bewährt. Die Glasbedachung (Fig.30) wird in Verbindung mit Eisenkonstruktion zu Oberlichtern, Schutzdächern, Gewächshäusern, Ausstellungshallen, Bahnhofshallen u. s. w. verwendet.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 759Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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