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Sagen & MythenBrockhaus 1882

Dädälus (grch. Daidalos) ist der mytholog. Repräsentant der ältesten griech. Kunst; sein Name selbst bedeutet Künstler, und I. heißt im allgemeinen künstlich. Der Schauplatz seiner ulah tigkeit ist vorzüglich Kreta, wo er den Tanzplatz der Ariadne, das Labyrinth für den Minotauros und die Kuh der Pasiphae bildete. Die dämonische Natur seiner Kunst zeigt sich in den Erzählungen von seinen Statuen, die sich bewegen und ausschreiten konnten. Auch in Attika ward D. ne dez und die attische Sage macht ihn zum Sohne des Eupalamos oder Palamaon, d.h. des Kunstfertigen, aus dem Erecht idengeschlecht. Vom Areopag wegen eines Verbrechens verurteilt, soll er dann zu Minos nach Kreta geflohen sein. Die von Ovid bearbeitete Sage machte D. zum Vater des Ikarus (s. d.), mit dem er, von Minos gefangen ehalten, durch die Luft zu entkommen suchte. Er ferti te dem Sohne Flügel und befestigte sie mit Wachs; dieser aber stürzte, weil er der Sonne zu nahe kam, die das Wachs schmolz, in das nach ihm benannte Ikarische Meer.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 768Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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