FeedDacier (Joseph Bon)
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Dacier (Joseph Bon), franz. Schriftsteller, geb. 1. April 1742 zu Valognes im Depart. Manche, besuchte das Gymnasium seiner Vaterstadt, dann das Collége d'Harcourt in Paris und wurde 1772 Mitglied, dann 1783 ständiger Sekretär der Akademie der Inschriften, ein Amt, das er mit Geschick bekleidete, da er nützliche Reformen einführte, die sog. Associés libreso einrichtete, den mit der Herausgabe der Handschriften beauftragten Ausschuß begründete u. s. w. Nach der Abschaffung der Akademien gehörte er 1795 zum Institut, und ward 1800 Oberbibliothekar der Nationalbibliothek. Nachdem er das in vier Akademien geteilte Institut reorganisiert hatte und wiederum, diesmal für immer, ständiger Sekretär der Akademie der Inschriften geworden war, wurde er von Napoleon I. zum Mitglied des Tribunats ernannt (1802). Im 5. 1823 erlangte er Aufnahme in die Französische Akademie. Er starb 4. Febr. 1833, im 91. Jahre. Bedeutendes hat D., der übrigens mit Anne und André D. nicht verwandt war, als Schriftsteller nicht geleistet. Er veröffentlichte 1772 eine übersetzung der Histoires variées Alians, 1777 eine Übersetzung der Cyropädiey RXenophons, 1810 einen Rapport sur les progrès de I'histoire et de la littérature ancienne depuis 1789 5 und außerdem eine Menge antsp erichen meistenteils in dem (Journal des Savantso erschienener Abhandlungen.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 768Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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