FeedDagöe
ErdkundeBrockhaus 1882

Dagöe, Dago oder Dagden lestnisch Hio-ma), die größte der zu Estland gehörigen Inseln des Baltischen Meers, G den Eelsd der Insel Osel gelegen, von der sie durch den Selosund getrennt ist, hat die Gestalt eines Vierecks, dessen Ecken in Form von Halbinseln und Vorgebirgen ins Meer hineinragen. Die größte Länge der Insel von O. nach W. ist 58 km, die größte Breite von N. nach S. 47 km; ihr Flächeninhalt beträgt 960 akm. Die größte Halbinsel auf D. ist die westl. Keppo, die in das Vorgebirge Dagerort ausläuft, auf welchem ein Leuchtturm steht. Die Küsten D.s sind überall von Untiefen umgeben, die auf der südl. und südwestl. Seite eine bedeutende Breite erreichen, sodaß größere Seeschiffe hier nicht ankern können. Die Obersläche D.s ist eben und niedrig und im Innern der Insel sehr sumpfig, besonders um den See Menam, weshalb das Innere nur schwach bevölkert und fast gar nicht angebaut ist. Die waldige Halbinsel Keppo ist der am höchsten gelegene Teil der ganzen Insel; auf ihr befinden sich zwei hohe Hügel, der Torna-megi und der Ganusse-megi mit einem Leuchtturm. Der nördl. Teil D.s 25 einen steinigen, der südl. Teil einen lehmigen, fruchtbaren Boden. Auf D. befindet sich eine große Menge von erratischen Granitblöcken. Die Wälder bedecken 24 Proz. der Oberfläche. D. enthält drei Kirchspiele mit 17000 E. (zwei Drittel Esten, ein Drittel Schweden und Deutsche), welche Viehzucht, Ackerbau, Fisch⸗ und Seehundsfang treiben. Der Handel Dis ist unbedeutend und wird aus den kleinen Häfen Hohenholm und Tiefenhagen betrieben. Handelsgegenstände sind Holz, Kalk und Getreide. D. ward 1645 von Dänemark an Schweden und 1721 von letzterm an Rußland abgetreten.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 771Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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