Dakka, Hauptstadt der gleichnamigen Division (45 199 qkm, 1872 mit 9012 161 C.) der Lieutenant-Gouverneurschaft der Untern Provinzen der indobrit. Präsidentschaft Bengalen, liegt an dem nördl. (linken) Ufer des amn eines der Verbindungsarme des Brahmaputra mit dem Ganges. Die Stadt, unter Aureng-Zeyb in höchster Blüte stehend, von ihm und Schah Dschehangir mit Prachtgebäuden jeder Art geschmückt und zu jener Zeit 3—400000 C. zählend, befindet sich gegenwärtig in zunehmendem Verfall, und in ihren zahlreichen, über einen Raum von 6,5 km Länge und 2 km Breite zerstreuten Ruinen, unter welchen sich die des befestigten Schlosses und einer schöngebauten Moschee, beide von der alie herrührend, sowie die vieler Paläste, die der alten portug., holländ. und französ. Kirchen und Faktoreien besonders auszeichnen, zeigt sienurnoch Spuren ihrer frühern Größe, während die Einwohnerzahl (1871) bis auf 69212 gesunken ist. Dessenungeachtet gewährt D. durch seine über die Umgebung erhabene Lage noch immer einen malerischen Anblick, zumal zur Zeit der überschwemmung, wo dasselbe, ähnlich wie Venedig, aus einer weiten Wasserfläche isoliert hervorsteigt. In D. befinden sich 10 Brücken, 13 Ghats oder Landungstreppen, 7 Fähren, 12 Bazars, 5 öffentliche Brunnen, ein Gefängnis und Hospital für Gefangene, eine Irrenanstalt, sowie ein 27 für Eingeborene. Bemerkenswert ist auch das großartige Elefantendepot, in welchem sich gewöhnlich mehrere Hunderte dieser Tiere befinden. Die Zahl der mohammed. Moscheen in D. wird auf 180 geschätzt, die der brahmanischen Tempel auf 119. Protestanten, Baptisten, Katholiken, Armenier, Griechen und Thomaschristen haben in D. besondere Kirchen und Bethäuser. Auch befinden sich daselbst teils gouvernementale, teils aber, und zwar verschiedene, hauptsächlich von Missionaren geleitete Schulen für Europäer und Eingeborene. Der Handel von D. ist ganz unbedeutend und die Industrie der Bevölkerung liefert allein eine geringe Menge grober Kattune und Seidenstoffe. Die Kunst der Bereitung jener unvergleichlichen, Abrawan, d. h. fließendes Wasser, und Schabnam, d. h. Abendtau, genannten Musseline, deren Feinheit so groß war, daß man ein ganzes aus diesen Stoffen gemachtes Kleid durch einen Fingerring ziehen konnte, wofür D. früher besonders berühmt war, ist gänzlich zu Grunde gegangen. sunter Sioux.