FeedAllahabad (d. i. Gottesstadt)
ErdkundeBrockhaus 1882

Allahabad (d. i. Gottesstadt), Hauptstadt der gleichnamigen Division und des gleichnamigen Distrikts der brit.⸗ind. Lieutenant-Gouverneurschaft der iücheröchiten Pros wie auch, seit 1861, Sitz sämtlicher höchsten rovinzialbehörden, liegt an der Daahi Cast-India-Bahn (Linie Kalkutta-Benareselhi), zwischen den beiden heiligen Strömen Ganes und Dschamna, an der Stelle, wo dieselben zuammenfließen, weshalb die Stadt selbst für heilig gehalten und alljährlich von zahlreichen Pilgern besucht wird, die hier baden und von dem Wasser in weite Ferne mit sich nehmen. Alle 12 Jahre findet eine besonders starke Pilgerfahrt und zugleich eine lebhafte Messe statt. Die berühmte Citadelle von 2., ein Hauptwaffenplatz der Engländer in Indien, steht auf der Landspitze zwischen beiden Strömen. Sie ward 1583 von Kaiser Akbar prachtvoll aus roten Quadern erbaut und ist von der Wasserseite her uneinnehmbar. Durch neue Werke verstärkt, beherrscht sie die Stadt, die Schiffahrt auf beiden Strömen und die Bahn und Heerstraße von Kalkutta nach Delhi. Die Festung besteht aus einem bastionierten Fünfeck von 2400 m Umfang und hat ein Zeughaus mit Waffen für 30000 Mann. Unmittelbar an der Citadelle befindet sich der allezeit starkbesuchte heilige Badeplatz. Nordwestlich stehen die Kasernen, doch bewohnen die höhern Offiziere den sehr geräumigen Palast, den Akbar für sich längs der Wasserseite errichten ließ. A. ist gemäß seiner Lage für Handel und Schiffahrt ein Hauptemporium für das Duab (das Land zwischen Dschamna und Ganges) und das ganze centrale Hindostan namentlich seit der Eröffnung des die Dschamna und den Ganges verbindenden Gangeskanals und der großen Kalkutta-Delhi-Eisenbahn. Seit A. der Hauptsitz des ausgedehnten Baumwoll-Din Et geworden ist, hat es sich wesentlich gehoben. Die Stadt zieht sich an der Dschamna entlang, hat zahlreiche ärmliche Häuser in engen, unregelmäßigen Straßen und zählt ohne die Besatzung 143 693 E. Zu den bedeutendsten Bauten gehören die Große Moschee und das Serai von Chosru, dem Sohne Dschehan-Girs, bestimmt zur unentgeltlichen Aufnahme Reisender, mit Gärten und drei Grabgebäuden. A. hieß ähad, 5. P. Menttertadt.en seit 1550 A. oder Fakirabad, d. h. Bettlerstadt. In A. schloß Lord Clive 12. Aug. 1765 den Vertrag mit dem Großmogul Schah-Alum, worin dieser Bengalen, Bahar und Orissa mit den nördl. Circars an die Ostindische Kompagnie abtrat, dagegen die dem Nabob von Audh abgenommene Provinz A. erhielt und deren Hauptstadt als Sitz angewiesen bekam. Als er aber dieselbe den Maharatten anbot, damit sie Delhi für ihn eroberten, nahmen die Briten 1771 A. weg und gaben es 1773 dem Nabob von Audh zurück. Im Kriege mit den Maharatten wurde die Stadt nebst dem ganzen Duab 1803 denselben von den Briten entrissen. — Die Division A., am Ganges und der Dschamna, ein flaches, sehr fruchtbares Land von 34 762 qkm mit (1872) 5468 955 E., zerfällt in sechs Distrikte: A. (7114 gkm mit 1396241 E., worunter 180000 Mohammedaner), Cawnpore, Fatihpur, Hamirpur, Banda und Jaunpur.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 1, S. 430Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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