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ReligionBrockhaus 1882

Damen von der christlichen Liebe und der armen Kranken, ein religiöser Verein, später religiöser Orden, welcher 1625 auf Veranlassung des Missionspriesters Vincent de Paul von der Witwe de Gras zu Paris mit einigen Mädchen gestiftet wurde zu dem Zwecke, armer Kranker sich anzunehmen, mit dem Unterrichte der Jugend sich zu beschäftigen und zur Verbreitung eines christl. Lebens thätig zu sein. Das Unternehmen fand solche Anerkennung, daß sich viele gleichartige Vereine in Frankreich bildeten, die ihre Zweige in die Niederlande und selbst nach Polen hin erstreckten. Die Witwe de Gras faßte den Entschluß, sämtliche Vereine, die sich ihr angeschlossen, zu einem Klosterorden zu bilden, der die bisherigen Zwecke beibehalten sollte. Der Erzbischof von Paris, Kardinal von Retz, gab nun (1655) dem Orden seinen Namen: Sœurs de charité (im Volksmunde heißen sie nach ihrer Kleidung Sceurs grises, Graue Schwestern) und behielt die Oberaufsicht über denselben. Die königl. Sanktion des Ordens erfolgte 1657, die päpstliche 1660. In Frankreich und Belgien ist der Orden noch verbreitet.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 796Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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