Damerow (Heinr.), namhafter deutscher Irrenarzt, geb. 28. Dez. 1798 zu Stettin, besuchte das Gymnasium daselbst und widmete sich, nachdem er 1815 als freiwilliger Jäger im Kolbergschen Regiment gedient, 1817—21 dem Studium der Medizin. Im J. 1827 habilitierte er sich in Berlin als Privatdocent, wandte sich aber 1830 als außerord. Professor nach Greifswald. Seit 1832 war er bei dem damaligen königl. Kuratorium für Krankenhausangelegenheiten in Berlin beschäftigt und nahm in dieser Stellung auch teil an der praktischen Behandlung der Gemütskranken in der Charité. Außerdem machte er mehrere Reisen im Interesse des Irrenheilwesens. D. siedelte 1836 als Arzt und Direktor des provisorischen Irrenheilinstituts nach Halle über, wohin er auch 1842, nachdem er mehrere Jahre als Hilfsarbeiter bei der Medizinalabteilung des Ministeriums in Berlin beschäftigt gewesen, zurückkehrte, um als Direktor die Einrichtung und Leitung der neubegründeten, 1844 teilweise eröffneten und 1857 im Neubau vollendeten Irrenheil- und Pflegeanstalt zu übernehmen. An diesem Institut bildete sich dann unter D. eine Anzahl vorzüglicher Irrenärzte. Er starb zu Halle 22. Sept. 1866. Von seinen litterarischen Arbeiten sind hervorzuheben: die staatsarzneiwissenschaftliche Abhandlung «Über die Verbindung der Irrenheil- und Pflegeanstalten (Berl. (Berl. 1853). Im J. 1844 begründete er die Allgemeine Zeitschrift für Psychiatrie, die er bis 1857 als Hauptredacteur leitete und an der er bis zu seinem Tode als Mitarbeiter thätig war. Von seinen Beiträgen zu derselben sind unter andern „Zur Krelage der Mimik und Physiognomik als freier Beitrag zur Anthropologie und Psychiatries (1850) und Irrengesetze und Verordnungen in Preußenp (1863) auch in besondern Abdrücken erschienen.