Danbury, mehrere Ortschaften der Vereinigten Staaten von Amerika. Am bedeutendsten ist D., eine der Hauptstädte des County Fairfield im Staate Connecticut. Die in anmutiger Gegend belegene Stadt bildet den Ausgangspunkt der D.⸗ Norwalk⸗ und eines Zweigs der Housatonic-Eisenbahn, wird von dem Still-River, einem Relß des Housatonic, der eine gute Wasserkraft liefert,‚ durchflossen und zählt (1880) 11.669 E. (1870 erst 6542). Handel und Industrie sind lebhaft. Berühmt ist die bereits über ein Jahrhundert blühende Hutfabrikation D.s. Im J. 1854 wurde zu Ehren des 1777 bei einem Angriff der Engländer hier gefallenen amerik. Generals Wooster ein Denkmal errichtet. D. wurde 1684 gegründet und erhielt bereits 1696 seinen Freibrief. „Danucarville (Pierre Frangois Hugues), fälschlich d'Hancarville geschrieben, ein gelehrter Abenteurer, geb. 1. Jan. 1729 als Sohn eines Kaufmanns zu Nancy, trat in Berlin eine Zeit lang als Graf auf, kam aber wegen Schulden ins Gefängnis. Später gewann er das Vertrauen des Herzogs Ludwig von Württemberg. Von diesem unterstützt, ging er nach Rom, wo er als Baron du Han lebte, und dann nach Neapel, wo er die Herausgabe des Hamiltonschen Werks über die etrusk. Vasen besorgte und das jetzt seltene Werk „Antiquités étrusques, grecques et romaines o (4 Bde., Neap. 1766, mit Kupfern) und die Veneres et Priapi, uti observantur in gemmis antiquiso (2 Bde., Leid., eigentlich Neap. 1771, mit Kupfern) erscheinen ließ. Er wendete sich dann nach Florenz, wo ihm der Großherzog Leopold die Aufsicht über die Mediceische Sammlung übertrug, die er in einem Werke mit 300 Kupfern beschrieb. Ohne seinen Namen erschienen: Monuments de la vie privée des douze Césars, d'après unè suite de pierres gravées sous leurs règnesv (Caprea 1780, mit Kupfern), „Mémoires du culte sacré des dames romaineso (Caprea 1784, mit Kupfern), Recherches sur l'origine, L'esprit, les progrès des arts dans la Grèced (3 Bde., Lond. 1785, mit „Kupfern). Nachdem er später einige Zeit in Frankreich und in England gelebt, ging er wieder nach Italien und starb 9. Okt. 1805 zu Padua. D.s Werke sind der Kupfer wegen wichtig, aber seine Erklärungen ohne wissenschaftliche Gründlichkeit. Dauckelmann (Bernh.), verdienter Forstmann, geb. am 5. April 1831 zu Forsthaus Obereimer bei Arnsberg, besuchte das Gymnasium in Paderborn und studierte nach einjähriger praktischer Lehrzeit zu Poölsfeld im Harz 1850—52 Forstwissenschaft in Neustadt-Eberswalde. Bis 1855 war D. in verschiedener Weise praktisch beschäftigt, von Ostern 1855 bis Herbst 1856 besuchte er die Universität Berlin und bestand darauf sein Oberförsterexamen. Nach längerer Thätigkeit auf verschiedenen Revieren, bei der Regierung und bei Taxationsrevisionen in Posen (1857—59), als Hilfsarbeiter im Finanzministerium (1859—62) wurde er 1862 zum Oberförster in Hambach (Rheinprovinz), 1864 zum Forstinspektor in Potsdam und im Herbst 1866 als Forstmeister zum Direktor der Forstakademie Eberswalde ernannt, welche Stellung er noch jetzt einnimmt; 1868 erhielt er den Titel Oberforstmeister. Im J. 1871 wurde D. als Kommissar des Ministeriums Direktor des forstlichen Versuchswesens in Preußen; als solcher war er in hervorragender Weise bei der Schöpfung eines Verbandes der forstlichen Versuchsanstalten Deutschlands beteiligt und führt seit dieser Zeit erfolgreich den Vorsitz in diesem Verbande. Im J. 1879 wurde er Mitglied des preuß. Landes-Okonomiekollegiums. D. ist als forstwissenschaftlicher Schriftsteller rühmlichst bekannt. Er gründete 1867 eine neue Zeitschrift, welche unter seiner Redaktion als 4Zeitschrift für Forst⸗ und Jagdweseno bis 1879 in zwanglosen Heften herausgegeben wurde, seit 1. Juli 1879 in Monatsheften erscheint. Seit 1867 gibt er ein Jahrbuch der preuß. Forst⸗ und Jagdgesetzgebung und Verwaltungo heraus, bis 1875 mit Prof. Schneider, von da an mit Sekretär Mundt. Ferner sind besonders folgende Schriften zu nennen: „Die forstliche Ausstellung des Deutschen Reichs auf der Wiener Weltausstellungo (Berl. 1873), „Die Regelung und Ablösung der Waldgrundgerechtigkeiten » (Thl. 1, Berl. 1880), 4Gemeindewald und Genossenwald » (Berl. 1882). Dauckelmann (Eberhard Christoph Balthasar, Freiherr von), brandenb. Staatsmann, geb. 23. Nov. 1643 in der Grafschaft Lingen, studierte zu Suaß die Rechte und wurde schon 1663 Erzieher des nachmaligen Königs Friedrich I., der ihn nach seiner Thronbesteigung 1688 zum Geh. Staats⸗ und Kriegsrat, 1693 zum Regierungspräsidenten in Kleve und 1695 zum Oberpräsidenten und Premierminister ernannte. Zugleich wurde er 10. März 1695 von Kaiser Leopold in den Freiherrenstand erhoben. Als Minister erwarb sich D. um Handel und Industrie die größten Verdienste, errichtete die Hofkammer und veranlaßte Friedrich I. zur Gründung der Universität Halle und der Akademie der Künste zu Berlin. Aber die schroffe Art seines Wesens erregte den Neid und Haß einer Hofpartei, der es gelang, ihm die Gunst des Kurfürsten zu ent- und n Er erhielt im Dez. 1697 seine Entlassung und wurde kurz darauf der Unterschlagung von Staatsakten angeklagt und verhaftet. Sare eigentliches Urteil wurde er durch Kabinetsordre Friedrichs I. zu lebenslänglicher Festungshaft und Verlust seiner Güter und Würden verurteilt und in der Festung Peitz gefangen gehalten. Erst 1707 wurde * eine beschränkte Amnestie zuteil; er erhielt eine kleine Pension und einen etwas freiern Aufenthalt in Kottbus. Dagegen berief ihn Friedrich Wilhelm I. sofort —— seiner Thronbesteigung zu sich und nahm seinen Rat vielfach in Anspruch. Eine Wiederanstellung lehnte D. indessen ab. Er starb 31. März 1722 in Berlin.