FeedDannenberg (Herm.)
AllerleiBrockhaus 1882

Dannenberg (Herm.), namhafter Numismatiker, geb. 24. Juli 1824 zu Berlin, wo er als Landgerichtsrat angestellt ist, erwählte schon frühzeitig die Münzkunde, namentlich die des Altertums und des Mittelalters, zu seinem Lieblingsstudium, beschäftigte sich aber später ausschließlich mit der Erforschung des Mittelalters und ist auch hierfür besonders litterarisch thätig gewesen. Zahlreiche größere und kleinere Abhandlungen von ihm über verschiedene Münzfunde, unedierte Mittelaltermünzen u. s. w. enthalten die Berliner Blätter für Münz⸗, Siegel- und Wappenkunde (6 Bde., Berl. 1863— 73), die Zeitschrift für Numismatik, herausgegeben von A. von Sallety (8 Bde., Berl. 187481) und die „Wiener numismatische Zeitschrifto (12 Bde., Wien 1869—81). Darunter sind hervorzuheben: „(Pommerns Münzen im Mittelaltero (&Berl. Blättero, Bd. 1, 1863) und «Deutsche Inschriften auf Mittelaltermünzen («Wiener numismatische Zeit-Iphne Bd. 2, 1870). Sein Hauptwerk behandelt die Münzen der sächs. und fränk. Kaiserzeite (2 Bde., Berl. 1876), in welchem zum ersten mal in kritischer Weise eine erschöpfende übersicht über sämtliche in die J.919 bis 1137 fallende deutsche Gepräge, die in ihren Haupttypen auf 61 Tafeln dargestellt sind, geliefert wird. Mit diesem Werke, das zu den hervorragendsten numismat. Publikationen Deutschlands in der neuern Zeit gehört, hat D. seinen Ruhm als gründlicher und kritischer Münzforscher befestigt.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 864Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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