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ErdkundeBrockhaus 1882

Dannenberg, selbständige Stadt in der Landdrostei Lüneburg der preuß. Provinz Hannover, l 48 km ostsüdöstlich von Lüneburg, an der Jeetzel und an der Linie Wittenberge-Buchholz der Berlin-Hamburger Eisenbahn, ist Sitz eines Amtsgerichts und eines Kreisamts, hat ein altes Schloß und zählt (1880) 1960 E., welche Messerfabrikation, Bierbrauerei, Möbelfabrikation, Schiffahrt und Getreidehandel treiben. Auf dem alten St. Annenkirchhofe befindet sich der Körner-Stein, auf welchem Theodor Körner das «Lied vor der Schlachte dichtete, und das Grabdenkmal der nach der Schlacht bei der Göhrde in D. verstorbenen Eleonore Prochaska. D. war einst Hauptort einer Grafschaft. In einem Turme des alten Schlosses saß 1223 — 25 Den Nsrben II. von Dänemark gefangen. Nach dem Aussterben der Grafen von D. kam die Grafschaft 1303 durch Kauf an Lüneburg; 1528 wurde die Reformation eingeführt, und von 1529 bis 1638 hatten Ein in einem neuen Schlosse die Herzöge der ältern Linie des lüneburg. Hauses ihre Holhaltung, welche die Gründer der wolfenbüttelschen Bibliothek waren. Im J. 1636 fiel die Grafschaft an Celle. — Der Kreis Dannenberg zählt auf 1414,6 ꝗkm 53 812 E.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 864Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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