Daschkow (Katharina Romanowna, Fürstin), geborene Gräfin Woronzow, eine in der russ. Gechichte berühmte Frau, geb. 28. März 1743 zu etersburg, beteiligte sich 1762 an der Verschwörung gegen Peter III. zu Gunsten Katharinas II. und genoß seitdem eine Zeit lang deren Freundschaft; 1770 wurde sie vom Hofe entfernt und begab sich auf Reisen nach Westeuropa. Im J. 1782, nach ihrer Rückkehr nach Rußland, kam sie wieder mit der Kaiserin zusammen, die ihre gründliche Bildung schätzte und sie zur Präsidentin der petersburger Akademie der Wissenschaften ernanute. Im darauffolgenden Jahre ach d sie den Auftrag, eine 7 ische Akademie nach dem Muster der Französischen zu gründen und wurde ebenfalls zu deren Präsidentin ernannt. Diese Russische Akademie bestand bis 1841, wo sie mit der Akademie der Wissenschaften als deren zweite Abteilung vereinigt wurde. Hier vereinigte D. die damaligen russ. Schriftsteller, die auch in einigen Jahren das erste russ. etymologische Wörterbuch herstellten. Sie gab auch 1783—84 ein Journal: «Der Gesellschafter der Freunde des russ. Wortes v, an dem sich sogar die Kaiserin selbst beteiligte, heraus. Der Zweck der Herausgabe war, die russ. Litteratursprache zu verbessern, und deshalb wurden darin nur russ. Originalarbeiten und kürzere kritische Abhandlungen aufgenommen. Im J. 1793 wurde sie aufs neue vom Hofe entfernt, woran, wie auch schon früher, teilweise ihr starrsinniger Charakter schuld war. Unter Kaiser Paul mußte sie sogar einige Zeit in die Verbannung auf eins ihrer Dörfer gehen. Sie starb zu Moskau 16. Jan. 1810. In ihrem Nachlasse befanden sich interessante „Memoirenv, die zuerst englisch unter dem Titel „Memoirs. Edited from the originals, by Mrs. W. Bradfordo (2 Bde., Lond. 1840) erschienen, und dann ins Russische (neueste Ausg., Lpz. 1876), Deutsche (2 Bde., Hamb. 1857) und Französische (von A. des Essarts, 4 Bde., Par. 1859) übersetzt wurden.