Davosam Platz, 1556 müber dem Meere, ist Hauptort des Thals, das bis 1848 eins der 26 Hochgerichte Bundens bildete, und war im 15. Jahrh. auch Hauptort des Zehn-Gerichte-Bundes. In seinem alten stattlichen Rathause werden die Banner des Bundes und der Landschaft, alte Waffen, Glasmalereien u. s. w. aufbewahrt. In neuester Zeit als Sommerfrische und namentlich als Winterkurort für Brustkranke stark in Aufnahme gekommen, besitzt es, wie auch Davos-Dörfli, das 2 km nordöstlich von Platz, unfern des kleinen Davoser Sees liegt, zahlreiche trefflich eingerichtete Gasthöfe und Kurhäuser und neben der alten Pfarrkirche eine engl. und eine kath. Kirche, sowie eine Kirche mit Diakonissenhaus der evang. Kurgemeinde. Die durchschnittliche Temperatur beträgt für den Winter — 6,“ C., für den Sommer + 10,6, für das Jahr + 2,3˙. Das Klima ist nebelfrei, die Luft leicht, frisch, trocken. Die Umgebung bietet Gelegenheit zu lohnenden Ausflügen und Bergbesteigungen. Die schönsten Punkte sind La Pischa 2983 m, das Schwarzhorn 3151 m am Flüelapaß, das Schiahorn 2720m und die Weißfluh 2823m beim Strelapaß. Von der Station Landquart der Eisenbahn nach Chur gehen täglich Eilwagen durch das Prättigau und über die Wasserscheide St. Wolfgang in sieben Stunden nach D. Thalabwärts zieht sich dem Landwasser nach eine neue kühn angelegte Poststraße nach Alveneu und Lenz, wo dieselbe an die Albula- und Julierroute anschließt. Nach S. ins-Engadin führen die Poststraße über den Flüelapaß 2405 m, und der rauhe Scalettapaß, 2619 m, nach N. ins Thal des Plessur (Schanfigg) und nach Chur der Strelapaß, 2377 m. Die untere Thalstufe unterhalb des Engpasses der Züge wird mit ihren Dörfern (Wiesen und Schmitten) zum Bezirk Albula gerechnet. Vgl. Spengler, Die Landschaft D. als Kurorty (Bas. 1869); Waters, «Klimatologische Notizen über den Winter im Hochgebirgey (Bas. 1871); H. Müller, «D. als Sommer⸗ und Winterkurorteé (Davos 1882).