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ErdkundeBrockhaus 1882

Heiligenblut, das höchste Dorf im österr. Herzogtum Kärnten (Bezirkshauptmannschaft Spittal, Gerichtsbezirk Winklern), liegt 1404 m über dem Meere im obern Möllthale, am südöstl. Fuße des Großglockners (s. Glockner), der von hier aus nicht selten bestiegen wird, zählt (1880) 173, als Gemeinde 1018 CE. und hat eine große got. Kirche aus dem 15. Nonnr welche wegen eines vom heil. Briccius aus Konstantinopel mitgebrachten Fläschchens mit angeblichem Blute Christi das Ziel vieler Wallfahrer ist. Die bemerkenswertesten Punkte der Umgebung, welcher die Steilheit und Höhe der Bergwände und die das Thal beherrschende scharfe Firnpyramide des Großglockner hochalpinen Charakter verleihen, sind der Kalvarienberg mit der Ruine Kirchheimeck, nach welcher das obere Möllthal auch Kirchheimthal heißt, die Fälle der Möll, des Gößnitz⸗ und des Leiterbachs, die Franz-Jo-Rüem (2329 m) und der Pasterzengletscher. it dem Unter-Pinzgau ist H. durch die Bergpässe der Pfandelscharte (2668 m) und der H.⸗Raurisertauern (Hochthor 2572 m) verbunden; thalabwärts fuhrt ein Fahrweg nach dem 22 km südlich von H. legenen Gerichtsort Winklern und über den Isels9 (1204 m) zur Station Dölsach der Linie Franzensfeste-Villach.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 9, S. 34Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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