Decke ist der obere Abschluß eines Raums, in engern Sinne die untere Fläche desselben (Pla fond). Je nach der Konstruktion unterscheidet man D. aus Holz, Eisen, Stein und gemischtem Material, je nach der Form ebene und gewölbte D. Manche ebene D. bilden gleichzeitig den Fußboden des darüber befindlichen Raums. Abgesehen von den steinernen gewölbten D. (. Gewölbe) kommen hier folgende Arten von D. in Betracht: Die gebräuchlichsten sind die hölzernen D., aus Balken gebildet, welche nach der Tiefe des Gebäudes oder nach der geringern Dimension des zu überdeckenden Raumes gelegt werden. Bei den Dobel⸗ (Döbel⸗)decken oder Dippelböden liegen die Balten eng aneinander, werden mit ihren Enden auf Mauerlatten gelegt und unter sich durch hölzerne oder eiserne Dobel verbunden, die 1—1,5 m voneinander entfernt sind, in den aufeinander folgenden Fugen abwechseln. Sie bilden D. und Fuß boden zugleich, erfordern aber selbstverständlich viel Holz und starke Unterstützungsmauern. Bei deu gewöhnlichen Balkendecken werden die Balken in 85—100 em Entfernung voneinander gelegt (s. Balken und Balkenlage) und dienen zum Tragen der D. eines untern und des Fußbodens eines obern Raums (Dielung). Bleiben die Balken Han wie auf Dachböden, sodaß nur die Dielung vorhan den ist, so erhält man die leere D. oder den Hohlboden; der Warmhaltung der Räume wegen versieht man oft die Balken in etwa 7 em Höhe von der Oberkante mit Falzen und bringt zwischen denselben Stakhölzer mit Lehmstrohumwickelung an, die nach unten abgeglichen, nach oben mit Lehm bis zur Balkengleiche überfüllt wird. nach umin Zwischendecken, bei denen die Balken nach unten ihrer Hälfte nach sichtbar bleiben, werden halbe Windelböden, beziehungsweise Windeldecken genannt, wogegen bei ganzen Windelböden der ganze Zwischenraum der Balken eine Ausstakung und Estrich erhält. Die letztern kommen nur noch vereinzelt in Viehställen vor. ö 1 Bei allen Balkendecken in Wohnungen ist eine derartige Zwischendecke, auch Einschub, Fehlboden oder Füllboden genannt, zur Dämpfung des Schalles und zur Erhaltung der Wärme, notwendig. Sie wird gebildet, indem man an den Enden àn eichehfee Schwarten in die seitlich genuteten Balken einschiebt, oder zu beiden Seiten der Ballen Latten annagelt und auf diese die passend eingeschnittenen Schwarten oder Brettstücke legt, alsdann die Fugen mit Strohlehm verstreicht und Lehmestrich bis zur Balkenoberkante auffüllt. Je nach der besondern Herstellung der eigentlichen, an die Unterseite der Balken befestigten D. unterscheidet man nun Brettdecken, entweder aus stumpf aneinandergestoßenen Brettern gebildet, oder mit Deckleisten über den Fugen oder gestülpt (Stülp⸗ und Föcaen, W Lehmlatten, Weller-oder Preßdecken, bei welchen Latten in 5—6 em Entfernung voneinander angeschlagen, mit Lehmstroh umwickelt(geklebt) und alsdann, nachdem die oberflächlich geebnete Lehmdecke getrocknet ist, mit Lehmsand abgerieben, verputzt und mit Thon geweißt werden. Rohr- oder Stuckaturdecken: hier kommt an die Balken zunächst eine Brettdecke aus ungehobelten 2em starken Verschlagbrettern, die zur Vermeidung des Reißens und Schwindens gespalten werden. Quer über diese Schalung kommt die Berohrung, entweder in Gestalt von einzeln aneinander geschobenen und durch Querzüge von geglühtem Eisendraht festgehaltenen Rohrstengeln, oder neuerdings in Form von fertigem Rohrgewebe. Bei größern D., die viele Simse erhalten sollen, wendet man doppelte Berohrung (lübers Kreuz) an. Die neuern patentierten Ihrgewebe machen eine besondere Schalung entbehrlich. Die berohrten D. werden erst mit Grobmörtel ausgeworfen, alsdann mit Feinmörtel glatt verputzt. Des bessern Haftens und schnellern Erhärtens wegen mischt man dem Kalkmörtel etwas Gips bei. Gesimse, Kehlen, Rosetten und sonstige Verzierungen lassen sich an derartige D. leicht anbringen, daher ihr Name Stuckaturdecken. Bei Rohrlättchendecken oder D. aus Holzlattengewebe bringt man anstatt der Schalung und Berohrung an den Balken direkt eine aus einzelnen trapezförmig geschnittenen schmalen Holzlättchen oder aus schmalen Holzstäbchen von geeignetem Querschnitt zu zusammenhängenden Flächen gewebte D. an (Rauhputzdecke), die zur Aufnahme und zum Festhalten des Deckenputzes geeignet ist. Man erspart hierbei eine besondere Schalung, somit an Material und Arbeit. Unter den D. aus gemischtem Material sind die . diejenigen Balkendecken zu nennen, bei denen die Balkenfächer mit Vollziegeln ausgemauert oder ausgewölbt werden (für Stallungen gebräuchlich). Sie sind wegen ihrer Schwere und begrenzten Dauer gegenüber den gewölbten steinernen D. nicht zu empfehten und nur dann zweckmäßig, wenn Hohlsteine in Gewölbform hierzu verwendet und die Balken gleichzeitig mit Thonplatten verkleidet werden. Bei den ebenen D. aus Eisen und Stein werden die Zwischenräume der eisernen Balken mit einem aus stärkern und schwächern, rechtwinkelig übereinander gelegten Quadrateisenstäben gebildeten Roste belegt, der zum Tragen der aus Gipsestrich, Hohlziegeln u. s. w. bestehenden Ausfüllung dient. Zur vorläufigen n aut die G der Ausfüllung dient eine von unten an die Eisenbalken gesteifte Verschalung, die nach der Erhärtung der Zwischenfüllung wieder beseitigt wird. Derartige D. sind die schon seit längerer Zeit in Paris allgemein üblisschen, ausgezeichnet durch ihre fast absolute Feuer⸗ „sicherheit. (. Eisenbau.) Ferner hat man ebene „D. noch aus eigentümlich geformten, ineinander eingreifenden Ziegeln gebildet, welche mittels Cement sverbunden und zwischen eiserne Träger eingesetzt werden. Die außerordentliche Bindekraft des Cements festigt die gemauerte Zwischenfüllung zu einer einzigen Platte, die nach unten die D. bildet, nach oben mit Estrich und Juhhoden Überdeckt wird. „In gewissem Sinne kann man endlich die aus einzelnen Flözstücken gebildeten Vorplätze oder Umgänge und die Podeste der steinernen Treppen zu den ebenen D. aus Stein rechnen.