Deiche heißen die Dämme, welche am Ufer der lüsse oder des Meeres angelegt werden, um die öhern Fluten des Gewässers von dem niedrigen Hinterlande abzuhalten. 1) Flußdeiche sind entweder Winterdeiche (Hauptdeiche, Banndeiche), welche die höchsten überhaupt zu erwartenden, in der Regel zur Zeit der Schneeschmelze im Frühjahre eintretenden Wasserstände ckehren», von den Grundstücken fern halten sollen, oder Sommerdeiche, welche nur Schutz vor den Sommerhochwässern zu den sich an Die geschlossenen Deiche schmiegen sich an thren Enden an hochwasserfreie Höhen an und gewähren Schutz von allen Seiten, die offenen Deiche enthalten große Lücken und weisen nur die schädlichen Angriffe der Strömung, nachteilige Sand⸗ und Geröllablagerungen, nicht aber das dazwischen eindringende Hochwasser selbst ab. Rückdeiche erstrecken sich längs eines Nebenflusses, um das vom Hauptflusse zurückgestaute Wasser in denselben von der Niederung fern zu halten. Binnendeiche schützen die Niederung gegen Hochfluten solcher Gewässer, welche vom rückwärts liegenden Lande kommen. Ringdeiche umschließen ganze Ortschaften eines sonst ungeschützten Flußthales gegen Winterhochwässer. Das Gebiet zwischen Fluß und D. heißt Vorland, der Grund, auf welchem der D. selbst steht, das Maifeld, die zu schützende Fläche hinter dem D. das Binnenland. Schlafdeiche liegen binnenseits der e oder Ge deren Bruch sie decken. Schardeiche oder Gefahrdeiche haben kein genügendes Vorland und sind den Angriffen der Strömung direkt ausgesetzt; Flügeldeiche springen in das Vorland Heldst vor, schützen Deichecken vor dem Eisstoße oder das Vorland selbst gegen Abbruch bei Frontheie oder einmündenden Nebenrinnsalen; rontd Vir verbinden quer zum Fluß den D. mit hochwasserfreien Ebenen. Die Einmündung der Seitenrinnsale in umdeichte Flüsse wird meist durch Deichschleusen, Siele (s. d.), geregelt. —