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VerkehrBrockhaus 1882

Die zur Hochwasserzeit im Interesse der Sicherheit zu treffenden Maßnahmen und Arbeiten umfassen die Deichverteidigung oder Deichdefensive. Bricht bei Hochwasser das Vorland samt dem D. durch, so spricht man von einem Strombruche; wird nur die Deichbasis mitgerissen, von einem Grundbruche; leidet die Deichbasis beim Durchbruche nicht, von einem gewöhnlichen Durchbruche. Die bei heftiger Durchströmung gebildete Vertiefung (Brack oder Kolk) kann bei Wiederherstellungen ganz oder teilweise künstlich ausgefüllt und durchdeicht oder von einem D. umdeicht werden, wobei der Kolk im Vorlande oder Binnenlande bleibt; ersteres ist rationeller. 2) Seedeiche. Die von den Flüssen dem Meere zugeführten Schlickmassen und der Boden früher durch Deichbrüche verlorenen Landes liefern der Flut Material, welches sie an den flachen Küsten aufschwemmt und hierdurch neue Marschen bildet. Diese können durch Umschließung mit D. den Gefahren der überschwemmung entzogen werden. Auch hier kommen Winter⸗ und Sommerdeiche, Schar-⸗ deiche, Schlafdeiche vor, wobei die erstgenannten Schutz gegen die höchsten Fluten bieten sollen. Sturmdeiche liegen hinter Hauptdeichen, welche den stärksten Angriffen ausgesetzt sind, und schützen das Binnenland im Falle von Hauptdeichbrüchen. Die Seedeiche haben besonders dem Wellenschlage zu widerstehen, sollen mit kürzester Linie möglichst große Flächen umschließen. Die Grundstücke müssen deichreif sein, d. h. sich rentabel erweisen und so hoch liegen, daß sie entwässert werden können.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 954Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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