Desault (Pierre Jos.), berühmter franz. Wundarzt, geb. 6. Febr. 1744 zu Magny-Vernais in der ehemaligen Franche-Comté, erlernte anfangs die Chirurgie bei einem Bader, bis er in das Kriegshospital zu Belfort kam, wo er sich namentlich in der Behandlung der Schußwunden übte. Im J. 1764 begab er sich nach Paris, hörte hier den berühmten Petit und erhielt schon zwei Jahre nachher den Lehrstuhl der Anatomie. Sodann wurde er Professor an der Ecole pratique, 1782 erster Chirurg an der Charité und 1788 am Hötel-Dieu, wo er bis an seinen Tod, der 1. Jan. 1795 erfolgte, mit großem Erfolg wirkte. D. ist der Stifter einer neuen chirurgischen Schule, in welcher sich viele der vorzüglichsten Wundärzte Europas mittelbar oder unmittelbar gebildet haben⸗ Sein Verdienst besteht vorzüglich darin, daß er Genauigkeit und Methode in das Studium der Chirurgie brachte, die denerter lung der Knochenbrüche durch Angabe verbesserter Verbandarten vervollkommnete und zuerst die klinische Behandlung der Wundarzneikunst in Frankreich einführte. In seinen Operationen zeichnete er sich durch E und Vereinfachung der Handune aus. D. selbst hat nur zwei kleine Abhandlungen hinterlassen; seine Lehre findet sich aber in · den von seinen Schülern im Hötel-Dieu gemachten und im Journal de chirurgies (1791—95; deutsch, 12 Bde., Frankf. 1791—1806) mitgeteilten Beobachtungen, sowie in den von Bichat unter D.s Namen herausgegebenen 4Oeuvres chirurgicales⸗ (1798; deutsch von Wardenburg, 4 Bde., Gött. 1799—1800). Vgl. Labrune, Etude sur la vie et les travaux de D.5 (Besangon 1868).