FeedDesor (Eduard)
NaturlehreBrockhaus 1882

Desor (Eduard), emKoromtelIr r eb. 1811 in der Hugenotten-Kolonie Friedrichsdorf im Hessen-Homburgischen, besuchte das Gymnasium zu perca und studierte dann zu Gießen und Heidelerg die Rechte. Wegen seiner Teilnahme am Hambacher Feste in Untersuchung gezogen, aund er 1832 nach Paris, wo er seine litterarische Laufbahn mit der Übersetzung von Ritters Erdkunder begann, von der jedoch bloß der erste Band erschien. Durch die vergleichende Erdkunde wurde D. auf die Geologie geführt, welcher er sich unter Leitung von Elie de Beaumont und Prevost bald ausschließlich widmete. In der Schweiz, Hasiz er von Paris aus ging, lernte er Vogt und Agassiz kennen und nahm nun, nachdem er einige Monate im Hause des erstern zu Bern verlebt, seinen bleibenden Aufenthalt Neuchätel. Di. beteiligte sich jetzt an Agassiz' Untersuchungen im Gebiet der Geologie und Paläontologie. Aus dieser Zeit stammen seine Monographien über die von de sowie die Raban Alpenreiseno (deutsch von Vogt, 2. Aufl., Frankf. 1847). Nachdem er noch Skandinavien bereist und dort besonders die erratischen Erscheinungen untersucht, folgte er 1847 Agassiz nach Amerika, trennte sich aber bald wieder von demselben. Er trat hierauf in den Dienst der Coast-Survey und beteiligte sich dann unter Whitneys und Fosters Leitung an der geolog. Aufnahme der Mineraldistrikte am Obersee und zuletzt 1850 und 1851 mit Rogers an der des Staates Pennsylvanien. D. kehrte 1852 nach Neuchätel zurück und übernahm pale die Professur der Geologie. Einige Jahre später verlieh ihm die Gemeinde Ponts das Bürgerrecht, und die Stadt Neuchätel erwählte ihn zum Abgeordneten in den Großen Rat, von dem er zum Präsidenten ernannt ward. Er starb 23. Febr. 1882 in Nizza. Von den wissenschaftlichen Arbeiten, die er seit seiner Rückkehr aus Amerika veröffentlichte, sind die „Synopsis des échinideso (Par. 1858), die Gehlr Beschreibung des neuchäteler Jura (mit Greßly verfaßt) und Der Gebirgsbau der Alpeno (Wiesb. 1865) insbesondere hervorzuheben. Im Winter 1863 — 64 unternahm er mit seinen Freunden Escher von der Linth und Martins eine wissenschaftliche Reise nach Algier und der Sahara. Hierauf bezieht Ditefe rift: Aus Sahara und Atlas. Vier Briefe an J. von Liebige (Wiesb. 1865). Außerdem widmete er sich der Untersuchung der Pfahlbauten in der Schweiz, Italien und Deutschland und brachte eine reichhaltige Sammlung von Altertümern zu Stande. Von seinen spätern wissenschaftlichen Arbeiten sind zu erwähnen: Die Pfahlbauten des Neuenburgerseeso (deutsch von Mayer, Frankf. a. M. 1867); im Verein mit Loriol schrieb er: Echinologie helvétiquen (Wiesb. 1872), zusammen mit Favre: (Le bel äge du bronze lacustre en Suisse v (Neuchätel 1874).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 5, S. 89Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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